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Erfahrungen und Aufgaben der Sauerland-Geologie

Schmidt, Hermann

Kurzfassung

Als Einführung zum Thema dieser Tagung sollen aus der Geschichte der Sauerland-Geologie einige Erfahrungen herausgestellt werden, neben den guten besonders auch die schlechten Erfahrungen, da man bekanntlich aus gemachten Fehlern am meisten lernen kann. Gute Erfahrungen hat man bisher mit dem Gegenstand der Forschung, mit dem Gebirge selbst, gemacht; die Tücken, die man ihm zuschreiben wollte, sind nicht vorhanden. Fossilfreie Serien gibt es kaum. Allerdings muß man sich mit dem Suchen und dem Bestimmen einige Mühe geben, denn im allgemeinen sind die Fossilien verstreut und nicht sehr ansehnlich, wie das in Schiefem a die Regel ist. Der tektonische Zusammenhang ist nirgends auf größere Strecken unterbrochen, man kann jedes Schichtglied um die Sättel und Mulden herum verfolgen und dabei die interessantesten faziellen Veränderungen beobachten. Störungen verschiedenster Art sind vorhanden, aber ihr Ausmaß ist in wichtigen Fällen überschätzt worden. Obgleich das Land bewaldet ist, reichen die Aufschlüsse zur Klärung von Stratigraphie und Tektonik aus. Schlechte Erfahrungen hat man besonders mit der mangelnden Kontinuität der Forschung gemacht. Die Schuld daran trifft nicht die beteiligten Forscher. Einiges davon möchte ich erläutern, wobei die Folge der bisherigen Übersichtskarten uns leiten möge. Vor 100 Jahren begann die erste, von Bonn aus geleitete Kartierungsperiode ihre Früchte zu zeigen. 1855 erschien HEINRICH VON DECHENS geognostische Übersicht des Regierungsbezirks Arnsberg; 1855-1865 kamen die 34 Blätter 1:80 000 der geologischen Karte der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen heraus. Das war wohl etwas zu schnell. Hätten die Bearbeiter etwas mehr Zeit gehabt zu stratigraphischen Untersuchungen, dann würde man vielleicht heute das Unterdevon mit einer Plettenberg-Stufe beginnen lassen, statt mit dem Gédinnien.