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Geologie der Umgebung von Meggen

Pilger, A.

Kurzfassung

Über Präkambrium und Kambrium sind keine Aussagen zu machen. Möglicherweise zieht ein altes, rheinisch streichendes Lineament von den Gangzügen des Siegerlandes her über Meggen. Im Ordovizium und Gotlandium dürfte die rheinische Geosynklinale vorhanden sein, in die bei Meggen auch im Gedinne mächtige Schichten abgelagert werden. Demgegenüber ist die Siegen-Stufe wahrscheinlich in Randfazies des weiter südlich liegenden Troges ausgebildet, während unteres Ems fehlt. Die eigentliche Entwicklung des Raumes beginnt mit dem oberen Ems, das hier in großer Mächtigkeit den Lennetrog ausfüllt. Seinen Schichten sind Quarzkeratophyre und deren Tuffe eingelagert, die im Hauptkeratophyr, Bilsteiner Horizont und oberen Tuff ihre Eruptionshöhepunkte erreichen. Im unteren Mitteldevon verzahnt sich im Meggener Gebiet die sandig-tonige rheinische Fazies mit der tonig-kalkigen herzynischen Fazies. Zugleich verlagert sich die starke Trogsenkung mehr nach Norden, und es deutet sich die Meggener Schwelle an. Im Laufe des oberen Mitteldevons wird die Meggener Schwelle immer deutlicher herausgearbeitet und zeigt in den mittleren Stringocephalen-Schichten eine rundliche Beule genau im Bereiche des später entstehenden Lagers. Wahrscheinlich paust sich in ihr ein Vulkanopluton aus der Tiefe durch. Die oberen Stringocephalen-Schichten beginnen mit scharfer Grenze, deutlichem Faziessprung und einer schwachen Tektogenese, der Meggener Phase. Sehr starke Fazies- und Mächtigkeitsschwankungen sind für diese Stufe bezeichnend. Das Meggener Schwefelkies-Zinkblende-Schwerspat-Lager entsteht als submarin-hydrothermale Bildung. Durch den Odershäuser Fossilkalk im Liegenden und Stringocephalus Burtini im hangenden Lagerkalk ist es fossilmäßig in das obere Mitteldevon, und zwar in die oberen Stringocephalen-Schichten eingestuft. Seine Ausscheidungen werden in einer herzynisch (WNW) streichenden, flachen Mulde auf der Meggener Schwelle abgesetzt und verzahnen sich seitlich mit geringmächtigen Schwellenkalken. Demgegenüber sinkt bei Grevenbrück, Attendorn und Fretter ein Spezialbecken ein, in dem mehrere hundert Meter Massenkalk abgelagert werden.