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Merkmale magmatischer Infiltration und Injektion in den Keratophyrtuffen des Sauerlandes

Lehmann, E.

Kurzfassung

Die Frage, ob eine magmatische Infiltration und Injektion in ältere Tuffe überhaupt möglich ist und ob Vorgänge dieser Art im paläozoischen Magmatismus eventuell von Bedeutung sind, wurde zuerst in Verbindung mit dem Schalsteinproblem aufgeworfen und in verschiedenem Sinne beantwortet. Im genannten Fall wird die Entscheidung erschwert durch die zum Teil erheblichen Veränderungen des Gesteins infolge der variscischen Bewegungsvorgänge. Solche sind im allgemeinen weit geringer in den Keratophyrtuffen des Sauerlandes, Druckeffekte im Gestein vielfach kaum merklich, Charakter des Ausgangsgesteins sowohl wie etwaige spätere Einflüsse klar erkennbar. Soweit jedoch solche Einflüsse sekundärer Art bestehen, weisen sie eindeutig auf eine spätere Einwanderung magmatischen, speziell weilburgitischen Materials in die vorhandenen Keratophyrtuffe, wohingegen der Mangel nennenswerter Druckwirkungen es ausschließt, die Veränderung des ursprünglichen Tuffs tektonisch-diagenetischer Umbildung zuzuschreiben. Auf der Jahresversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft wurden die wesentlichen, auf Infiltration und Injektion zurückgehenden Erscheinungen demonstriert, wie sie sich im Dünnschliff und Anschliff darbieten. Einige der Dünnschliffbilder waren der Arbeit "Über Miktitbildung" (Heidelberger Beiträge zur Mineralogie 3, 1952, S. 9-35) entnommen, auf die hier hingewiesen sei. Die chemische Beeinflussung durch das zugewanderte Magma oder dessen Derivate kommt im allgemeinen stärker zur Geltung als die mechanische. Sie äußert sich zunehmend mit steigender Menge an Karbonat, das die Auswurfsprodukte in der Regel verkittet und in dem neben CaCO3 vor allem FeCO3 nachgewiesen ist. Lösung, Umkristallisation und Transport des karbonatischen Anteils kennzeichnen in erster Linie den Einfluß des zugewanderten Magmas.