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Junge Hohlformen (Becken) und alte Schwächelinien (Beobachtungen an Störungslinien in der Bretagne und am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges)

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges erscheinen neben örtlichen "Buchten" (bei Hallenberg, Medebach u. a.) an Eder und Twiste langgestreckte Niederungen. Sie folgen den Hauptstörungsrichtungen, deutlich ist eine Verknüpfung mit Verwerfungszonen erkennbar. Schon im Zechstein übrigens ist der damalige Küstenrand (s. RICHTER-BERNBURG 1950, S. 162, SOBOTHA 1953) durch Beckenbildungen ausgezeichnet. Genannt seien hier das Becken von Itter mit seinen Kupfererzen und die Becken bei Frankenberg, die neben Kupfererzen auch noch Salzreste führen dürften, wie die 1954 unmittelbar am Stadtrand Frankenbergs erbohrte Mineralquelle beweist. Bewegungen der Rheinischen Scholle wurden in den verschiedensten Zeiten, auch gerade im Quartär, nachgewiesen. Mit den immer wieder auftretenden Spannungen können örtliche Bewegungen an den Rändern und Schwächelinien in wiederholter Folge aufleben. Altangelegte Störungslinien, die tief hinabreichenden Narbenlinien der Kruste entsprechen können, sind bevorzugt bei der Auflösung von Bewegungen. Störungen des Abflusses, Versumpfung und Aufschotterung, die Bildung von Hohlformen, sind auffälligste Zeichen jüngster Krustenbewegungen. Die Neubelebung der Erosion folgt zögernder den Verbiegungen, Schrägstellungen und Wellungen. Besonders betont werden Hohlformen, wenn an der Küste das Meer in sie eindringen kann. Solche Erscheinungen bietet uns die Bretagne, die von einer tief hinabreichenden Störungslinie durchzogen wird. Die Betrachtung dieser Senken und Becken soll Ausgangspunkt zu einem Vergleich mit den Formen am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges werden.