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Das Gebiet der Hennetalsperre und die geologischen Vorarbeiten für deren Bau

Heitfeld, K. H.; Henke, W.

Kurzfassung

Im Frühjahr 1949 wurde die Hennetalsperre bei Meschede abgelassen, weil sie wegen zu starker Unterläufigkeit ihren wasserwirtschaftlichen Wert verloren hatte. Da mit starken Auswaschungen im Untergrund der Mauer gerechnet werden mußte, beschloß man, die alte Sperrstelle aufzugeben und Vorarbeiten für eine neue Sperre im Hennegebiet durchzuführen. Zur Klärung der unbekannten geologischen Verhältnisse wurden daraufhin Untersuchungen vorgenommen, die die Unterlagen für den Bau der neuen Hennetalsperre lieferten. Außer den Oberflächenuntersuchungen wurden zur Feststellung der Untergrundverhältnisse an der alten Staumauer und zur Festlegung der neuen Sperrstelle etwa 40 Kernbohrungen bis zu einer Tiefe von 200 m mit insgesamt etwa 4000 Bohrmetern abgeteuft. Bei den geologischen Arbeiten ist in den letzten Jahren ein umfangreiches Beobachtungsmaterial zusammengetragen worden, das für die praktischen Arbeiten ausgewertet wurde. Die wissenschaftliche Bearbeitung ist noch nicht abgeschlossen. Die Referenten werden die Ergebnisse nach Abschluß der Untersuchungen an der Hennetalsperre in einer zusammenfassenden Arbeit veröffentlichen. Die Unterläufigkeit der alten Hennetalsperre beruhte auf dem Vorhandensein von kalkigen Schichten, die während der Stauzeit in immer stärkerem Maße ausgelaugt wurden. Am Aufbau des Untergrundes an der Sperrstelle sind Gesteine der Oberen Stringocephalenstufe des Oberen Mitteldevons beteiligt. Die Schichten konnten gegliedert werden in: Obere Flinzschichten, Keratophyrtuff 1, Mittlere Flinzschichten, Keratophyrtuffzone 2, Untere Flinzschichten, Keratophyr, Grenzkalke, Wallener Schiefer. Von diesen Gesteinen zeigt der untere Teil der Oberen Flinzschichten den höchsten Kalkgehalt. Starke Auswaschungserscheinungen wurden beim Aushub für die Grundablässe in diesem Horizont festgestellt. Die Mittleren und Unteren Flinzschichten weisen einen nach unten abnehmenden Kalkgehalt auf. Entsprechend sinkt ihre Bedeutung für die Durchlässigkeit des Untergrundes.