Original paper

Exkursion in das Oberdevon, Unter- und Oberkarbon des Remscheid-Altena-Arnsberger Sattels und der Lüdenscheider Mulde bei Arnsberg in Westfalen

Kühne, F.

Kurzfassung

1. Aufgaben der Exkursion Neben der Stratigraphie des Oberdevons, Unterkarbons und des tieferen Oberkarbons (Namurs) sollte mit dieser Exkursion vor allem die verschiedenartige Ausbildung dieser Schichten am Remscheid-Altena-Arnsberger Sattel (im folgenden kurz nur Remscheider Sattel genannt) und der Lüdenscheider Mulde behandelt werden. Während das Oberdevon am Nordflügel des Remscheider Sattels auf Blatt Balve in kalkiger Cephalopodenfazies entwickelt ist, finden wir dieses am Südflügel der Lüdenscheider Mulde in schiefrig-sandiger Fazies wieder. Mit der Verschiedenheit des zur Sedimentation gelangten Materials geht Hand in Hand die Verschiedenheit der Mächtigkeit der Profile. Die kalkige Fazies ist geringmächtig (Schwellenfazies HERMANN SCHMIDTS 1925), der die großen Mächtigkeiten in der sandig-schiefrigen Fazies (Muldenfazies) gegenüberstehen. Starke fazielle Unterschiede im Unterkarbonprofil treten im Exkursionsgebiet vor allem durch die Plattenkalke am Remscheider Sattel und die Kohlenkalke am Südflügel der Lüdenscheider Mulde in Erscheinung. Der Kohlenkalk gehört in die Pericyclus- und der Plattenkalk in die Glyphioceras-Stufe des Unterkarbons (Taf. 12, Bild a). Faziell ist der Kohlenkalk vom Plattenkalk dadurch unterschieden, daß der Kohlenkalk ein dickbankiger Kalk mit nur geringmächtigen schiefrigen Zwischenlagen ist, während der Plattenkalk eine Wechsellagerung von Schiefern und dünnbankigen Kalken darstellt. Die verschiedenartigen Ausbildungen der Schichten an der Unterkarbon-Oberkarbongrenze bestehen darin, daß am Nordflügel des Remscheider Sattels der allmähliche Übergang der rein tonigen Sedimente in die klastischen der Grauwacken fehlt, und über Schiefertonen unmittelbar mächtigere Grauwackenbänke folgen, während am Südflügel des gleichen Sattels die Tonschiefer zunächst rauher werden und sich dann erst dünnbankige Grauwacken einstellen. Dafür folgen höher im Profil konglomeratische Grauwacken, die am Nordflügel vollständig fehlen.