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Exkursion in das Unterkarbon, Namur und Cenoman an der Möhne

Kühne, F.

Kurzfassung

Die Exkursion am Nachmittag des 16. September sollte die Teilnehmer der Tagung zu einem geselligen Zusammensein im größeren Kreis vereinen. Der Ruhrtalsperrenverein hatte die Deutsche Geologische Gesellschaft zum Abend dieses Tages in das ihm gehörende "Haus Delecke", einer in herrlichster Landschaft gelegenen Stätte am Nordufer der Möhnetalsperre, gebeten. Die Fahrt dorthin wurde mit einer Exkursion verbunden. Außer Unterkarbon des Remscheider Sattels sollte den Teilnehmern die Entwicklung des Namurs und seine Gliederung in die Arnsberger- und Hagener Schichten, ein guter Fossilfundpunkt im Namur, die Entwicklung der Oberkreide und ihre diskordante Auflagerung auf das Schiefergebirge nördlich der Möhne sowie die Ruhrterrassen bei Neheim-Hüsten vorgeführt werden. Dieser Geländearbeit sollte vor dem gastlichen Empfang im "Haus Delecke" noch eine Besichtigung des Marmorwerkes Allagen, welches seit mehreren Generationen im Besitze der Familie DASSEL ist, angeschlossen werden. Leider konnte wegen des zum Teil wolkenbruchartigen Regens nur ein Teil des Beabsichtigten zur Durchführung gelangen. 2. Exkursionsweg In einer langen Autokolonne setzte sich um 14 Uhr vom Neuen Markt in Arnsberg eine große Teilnehmerzahl in Marsch. Die Fahrt ging im Seufzertal aufwärts über Wennigloh zum Steinbruch Müschede, in dem der Kulmplattenkalk gezeigt wurde (siehe hierzu auch Exkursion am 13.9., die bis zu diesem Punkt den gleichen Weg führte, S. 413). Von hier aus ging die Fahrt weiter durch Hüsten und kurz vor dem Bahnübergang nach Neheim, nach Südwesten abbiegend, zu dem Ortsteil von Hüsten, in dem die evangelische Schule liegt, um von der Unteren Mittelterrasse aus einen Überblick über die Ruhrterrassen (Untere und Obere Mittel- und Hauptterrasse) zu geben. Dichter Regen verhinderte leider jegliche Sicht. Auch der Fossilfundpunkt am Westhang des Müggenberges, dessen Fauna H. SCHMIDT beschrieben hat (1933, S. 453), konnte nur in strömendem Regen besichtigt werden. Von Neheim aus nordwärts wurde kurz vor Höingen die Oberkreide erreicht, die hier wie eine Tafel dem Schiefergebirge aufliegt.