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Exkursion zu den Sätteln von Warstein und Brilon

Kühne, F.; Venzlaff, H.

Kurzfassung

a) Warsteiner Sattel (17. 9.) Die Exkursion am 17. September galt in erster Linie dem Bau des Warsteiner Sattels und den Fragen der tektonischen Bewegungen an der Devon/Karbon-Grenze, die in der Literatur mehrfach behandelt sind (H. SCHMIDT 1920, W. PAECKELMANN und G. RICHTER-BERNBURG 1937). Ferner sollten die hydrogeologischen Verhältnisse und die Verkieselungen des Massenkalkgebietes besonders behandelt werden. Daneben bot sie Gelegenheit, die Entwicklung des Oberdevons, Unter- und Oberkarbons sowie des Cenomans von Rüthen am Nordrand des Schiefergebirges zu studieren. 2. Exkursionsweg Von Arnsberg aus begann mit Treffpunkt Neuer Markt um 8 Uhr die Fahrt zunächst in Richtung Norden (Straße nach Breitenbruch), um etwa 1 km nordöstlich des Grünen Hauses einen Überblick über die geologischen Verhältnisse der näheren Umgebung der Stadt Arnsberg geben zu können. Die Straße verläuft hier in der Tonschiefersenke, in der die Grenze Unter-/Oberkarbon liegt, Zwischen dem ersten Grauwackenrücken der Arnsberger Schichten und der Höhe 280,3, die vom Plattenkalk gebildet wird. Der südlich der Ruhr gelegene Lüsenberg, der Schloßberg und die Altstadt Arnsberg liegen gleichfalls auf Plattenkalk. Dieser bildet den Kern des in zwei Spezialsätteln bei Wintrop und dem Gesenberg mit der alten Antimon-Grube "Zeche Kaspari" untertauchenden Remscheider Sattels. An den Plattenkalk schließen sich zu beiden Seiten, im Norden und Süden, die Tonschiefersenken und dann die Arnsberger Schichten mit den Grauwackenrücken an. Die Morphologie spiegelt hier vollkommen den geologischen Aufbau wieder. Die unmittelbar vor unserem Standort liegende Tonschiefersenke, der Lüsenberg und die Plattenkalkhöhe nördlich des Eisenbahntunnels tragen Schotter einer hier etwa 80 m über dem Ruhrtal und der Hauptterrasse gelegenen Terrasse. Die heute weit nach Süden um das Eichholz herum ausholende Ruhrschlinge existiert erst ab Oberer Mittelterrasse.