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Über die Tektonik der variszischen Granite Ostthüringens

Schroeder, Erich

Kurzfassung

Im Bereich des Ostthüringischen Schiefergebirges ist im heutigen Abtragungsniveau nur sehr wenig Granit angeschnitten. Das ganze Gebiet ist ausgesprochen granitarm und steht damit im Gegensatz zu den angrenzenden Gebieten des mittleren Thüringer Waldes bzw. des Fichtelgebirges und Erzgebirges. In den Hauptsätteln - Schwarzburger und Bergaer Sattel - sowie im Hirschberger Nebensattel erscheinen in kleinen Vorkommen prävariszische (voroberdevonische) Granite und Porphyroide (Abb. 1). Variszischer Granit tritt an vier Stellen in der Thüringischen Hauptmulde auf: bei Döhlen, am Henneberg, im Sormitztal und bei Helmsgrün. Bei Leutenberg und Sparnberg ergibt sich aus dem Auftreten kontaktmetamorph veränderter Schiefer, daß auch hier in einiger Tiefe Granit anstehen dürfte. Gute Aufschlüsse sind nur am Henneberg und im Sormitztal vorhanden. Der Henneberggranit ist das größte dieser Vorkommen, aber auch nur knapp 1 km breit. Der Granit des Henneberges (Abb. 2) liegt zwischen dem Devon der Gräfenthaler und der Lobensteiner Querscholle im Unteren Kulm. Die Breite des Kontakthofes beträgt etwa 500 m, am Sormitztalgranit etwa 250 m. Bemerkenswert ist eine Verbreiterung der Kontakthöfe im Süden. Zur Tektonik im Nebengestein verhalten sich die Kontakte ausgesprochen diskordant und scheinen ziemlich steil zu stehen. Der Granit dringt auf Schieferungs- bzw. Schichtfugen und auf Spalten in das Nebengestein ein, so daß im einzelnen teilweise Akkordanz besteht. Der Granit ist petrographisch nicht einheitlich. Im Dünnschliff und bei der Kartierung lassen sich zwei Gesteine deutlich unterscheiden.