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Zur Sedimentologie der Oberen Süßwassermolasse des Alpenvorlandes

Füchtbauer, H.

Kurzfassung

D. SCHMEER hat die Möglichkeit erörtert, daß die sedimentpetrographische A-Grenze in der fluviatilen Oberen Süßwassermolasse (OSM) zumindest teilweise nur eine Faziesgrenze sei, und daß die an ihr sich vollziehenden Schwermineraländerungen (LEMCKE und Mitarbeiter, FÜCHTBAUER 1954 a, b, 1955) im wesentlichen durch die Kornverfeinerung bewirkt seien. Das Fehlen des Zoisits oberhalb A möchte sie durch Verwitterungsausmerze und Transportbeanspruchung erklären. Schließlich scheint ihr das in (FÜCHTBAUER 1954 b) angedeutete Auseinanderlaufen von A-Grenze und oberer DEHMscher Grenze (Mittel-/Obersarmat) gegen Westen ebenfalls dafür zu sprechen, daß die A-Grenze nicht überall zeitgleich ist. Da durch diese Deutungen, falls sie zutreffen, ein Teil unserer sedimentologischen Vorstellungen in Frage gestellt wird, erscheint es mir notwendig, an dieser Stelle darauf einzugehen. In der Tat liegt es nahe, für die Änderung des Schwermineralspektrums an der A-Grenze die gleichzeitige Korngrößenabnahme verantwortlich zu machen. Wir haben sehr bald diese Möglichkeit erwogen und uns deshalb bei den weiteren Arbeiten einer Methode bedient, welche alle Korngrößeneffekte weitgehend ausschließt. Es wurden nur noch gleichkörnige Gesteine unter- und oberhalb A miteinander verglichen. Dabei zeigte sich: 1. daß der sprunghafte Rückgang des Granat/Epidot-Quotienten an der A-Grenze eine eindeutig korngrößenunabhängige Komponente besitzt (s. Tabelle auf S. 52 und Tafeln IV und V in Verbindung mit S. 13, Z. 2-8 von unten in LEMCKE und Mitarbeiter), 2. daß die Schwermineraländerung an der A-Grenze sogar teilweise einen qualitativen Charakter besitzt, indem der Zoisit oberhalb A praktisch verschwindet. (Gelegentliche Zoisitkörner sind wohl durch geringe Umlagerungen innerhalb der OSM zu erklären.)