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Die geologischen Erkenntnisse aus den Erdölaufschlußbohrungen der Gewerkschaft Elwerath im hessischen Ried

Wirth, Eberhard

Kurzfassung

Einleitend wurde ein Überblick über die Entwicklungsgeschichte des rheinischen Troges gebracht: Erste Anlage im jüngeren Eozän als Süßwasserbecken von Basel bis in die Heidelberger Gegend (Lymnäenmergel und äquivalente Randbildungen, wie Bastberg-Kalke, Süßwasserkalke von Ubstadt); mitteleozäne Senke im Raume Darmstadt (Braunkohlen und Schwelschiefer bei Messel). - Im Sannois Verbindung mit dem Ozean: Ablagerung der großenteils marinen Pechelbronner Schichten. Schwerpunkt der Sedimentation im Süden bis etwa Rastatt (bis 1000 m mächtig) mit bituminösen Mergeln; Übergang nach Norden in Rotmergelfazies mit Küstenkonglomeraten; nördliches Trogende bisher bei Heidelberg angenommen. Die Erdölauschlußarbeiten im Ried wurden 1951 bereits mit dem Ziele begonnen, die Frage zu prüfen, ob die im mittleren Oberrheintal (Pechelbronn, Weingarten) ölführenden Pechelbronner Schichten nicht doch weiter nach Norden bis in den Raum Gr.-Gerau-Darmstadt reichen. Nachdem die Bohrung Wolfskehlen 2 bereits bunte Tertiärmergel unter Septarienton erbohrt hatte, gelang in Stockstadt 1 der Nachweis der "Versteinerungsreichen Zone" etwa in der Mitte einer 65 m mächtigen Folge von weitgehend ölimprägnierten Sandsteinen mit Mergelzwischenschichten zwischen Septarienton und Oberrotliegendem. Das Unteroligozänmeer erreichte also fast das Mainzer Becken. In den Pechelbronner Schichten wurde Stockstadt 1 mit bedeutender Produktion eruptiv ölfündig. - Im Mitteloligozän wird die Verbindung des Oberrhein-Meeres mit dem nordeuropäischen Meer hergestellt; Septarienton und Melettaschichten sind rein marin. Obwohl die letzteren ausgezeichnete Speichergesteine enthalten, sind sie in allen Bohrungen ölfrei angetroffen worden. - Im Oberoligozän (Cyrenenmergel) beginnt von den Küsten her die Verbrackung, die im Ausgange des Chatt im Mainzer Becken schließlich bis zur Bildung der Landschneckenkalke führt. - Im Aquitan (Bunte Niederröderner Schichten + Cerithienschichten + Corbiculaschichten + Hydrobienschichten) Schwerpunkt der Sedimentation im mittleren und nördlichen Rheintalgraben (Heidelberg etwa 1500 m, Worms 1300 m, Pfungstadt 1250 m, auf der Höhe von Rastatt-Hagenau Auskeilen nach Süden).