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Das Steinhuder Meer-Becken als Erosionsbildung des Saale-Eises

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Überblick Das 30 km nordwestlich von Hannover gelegene Steinhuder Meer erfüllt eine ausgedehnte flache Geländedepression, deren Entstehung wie bei gleichartigen Formen des nordwestdeutschen Vereisungsgebietes in verschiedener Weise zu erklären versucht wurde. So ist an ein übersandetes, später fortgetautes Toteisfeld, an einen sog. Toteissee, gedacht worden oder an einen Ausstrudelungssee, dessen Becken durch vom Inlandeis herabstürzende Schmelzwässer ausgeräumt wurde. Nächst dem Wasser wurde die Winderosion herangezogen, durch die eine ursprünglich wasserfreie Deflationswanne geschaffen wurde (DIENEMANN & PFAFFENBERG 1943). Schließlich sollte auch die Ablaugung des Steinhuder Meer-Salzhorstes eine Rolle spielen, auch wenn zwischen dessen Kontur und dem Meerbecken keinerlei Kongruenz besteht (DEWERS 1941). Im folgenden kann von Aufschlüssen auf der Südseite des Meeres ausgehend gezeigt werden, daß die Hohlform des Steinhuder Meer-Beckens bereits vor der Toteisphase der Saale-Eiszeit bestand, nachdem sie vorher durch die Glazialerosion des vorrückenden Saale-Eises geschaffen worden war.