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Stratigraphie, Tektonik und Magmatismus des Paranábeckens in Paraná (Brasilien)

Bischoff, Gerhard

Kurzfassung

Im Zuge der Kartierungsarbeit des Vortragenden für den Conselho Nacional do Petrôleo, Rio de Janeiro, wurden einige neue Erkenntnisse gewonnen, über die hier kurz berichtet werden soll. Unter Paranábecken wird in Anlehnung an die neuzeitliche geologische Literatur über Südamerika das paläozoisch-mesozoische Sedimentationsbecken im Stromgebiet des Paranás verstanden. Es erstreckt sich in NNE-SSW-licher Richtung über rund 2000 km durch die Staaten Minas Gerais, Sao Paulo, Paraná, Santa Catharina, Rio Grande do Sul, Uruguay, Argentinien, Paraguay und Mato Grosso. Die Umgebung und Unterlage dieser paläozoischmesozoischen Depressionszone wird von präkambrischen kristallinen bzw. metamorphen Gesteinen gebildet. Die Beckennatur des Paranábeckens macht sich bereits im Gotlandium durch Ablagerung von Sedimenten bemerkbar. Damit wird eine durch das ganze jüngere Paläozoikum und Mesozoikum anhaltende Sedimentationsperiode terrestrischer und mariner Sedimente eingeleitet Diese Sedimentation ist durch die Folge von Trans- und Regressionen eines flachen Meeres mit genereller Absenkungstendenz des Beckens bedingt. Besonders charakteristisch sind in Paraná die Sedimente der Vereisungsperiode des Itararés, die mit der Dwykaserie Südafrikas verglichen werden können und ins Oberkarbon gestellt werden müssen. In Nordparaná gibt es fünf Tillite in diesen Ablagerungen, in Santa Catharina sind es nur noch zwei. Die Eisvorstöße kamen aus dem Raum von Sao Paulo und gingen nach SW (V. LEINZ). Auf die glazialen Ablagerungen folgen die terrestrischen Schichten des Rio Bonitos mit fünf dünnen Kohlenflözen (die in Südbrasilien die Grundlage des Kohlenbergbaues bilden). Mit dem permischen Iratí (bituminöse brackische Sumpffazies) beginnt ein neuer Meeresvorstoß. Postpermisch wird das Land stark emporgehoben und zerfällt zwischen weitreichenden Störungen in viele Schollen. Während der unteren und mittleren Trias herrscht in Paraná Erosion, die eine Erosionsdiskordanz zwischen Perm und Obertrias schafft. In der Obertrias beginnt eine ausgedehnte Wüstensandsedimentation von rund 1000 000 qkm Ausdehnung. In diese Triaswüste des Botucatúsandsteins mit kreuzgeschichteten Dünenbildungen usw. fließen die gewaltigen, etwa 800 000 qkm umfassenden basischen Lavenergüsse der Paranátrappdecken. Aufstiegsbahnen des Magmas sind die postpermischen Störungen. Von diesen Gängen gehen seitlich "Sills" (Lagergänge) in die Sedimente der Gondwanaschichten hinein.