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Die Blei-Zink-Erzlagerstätten des Ruhrgebietes

Pilger, A.

Kurzfassung

Die Blei-Zink-Erzlagerstätten des Ruhrgebietes sind in den letzten Jahren geologischlagerstättenkundlich eingehend untersucht worden, so daß man jetzt über ihre Genese recht gut Bescheid weiß. Abgebaut bzw. aufgefahren werden die Gänge in Marl-Hüls, Essen-Borbeck und Gladbeck. Ferner finden sich kleinere Vorkommen sowie solche mit überwiegenden Gangarten und über hundert Anzeichen von Erz- und Gangmineralien auf dünnen Spalten und Klüften. Die Untersuchungen haben ergeben, daß sich alle Vorkommen und Anzeichen zu einer einheitlichen Erzprovinz zusammenfassen lassen, innerhalb der die Einzelvorkommen aber wieder ihren eigenen Typ verkörpern. Bauwürdiges Erz ist an die Querstörungen gebunden, die meist als Sprünge oder Schrägabschiebungen in Erscheinung treten. Hier findet sich das Erz an deren Kreuzungsstellen mit den Sätteln. Vererzt können sowohl die großen Querstörungen wie der Tertius mit 700 m Seigerverwurf als auch die mittleren und kleinen sein. Das Störungsgebirge bzw. das Ganggestein besteht aus dem dislozierten Flözführenden mit Sandstein, Sandschiefer, Schieferton und Flözresten. Unter diesen sind die Sandschiefer für die Vererzung am günstigsten, da sie bei der tektonischen Beanspruchung zu einzelnen Bruchstücken zerfallen und mit Erz und Gangart verkittet das für das Ruhrgebiet typische Brekzienerz ergeben. Unterschieden werden die 1. und die 2. Generation. Die 1. Generation ist während der Entstehung der Querstörungen bzw. Sprünge ausgeschieden worden, folgt deren Richtung und ist mit dem Ganggestein besonders eng zu Brekzien verbacken. Die Ausscheidungsfolge läuft, mit Rekurrenzen, über Quarz, Zinkblende, Kupferkies, Bleiglanz zu Quarz, wobei Zinkblende und Bleiglanz bauwürdig werden. Dementsprechend ist auch eine deutliche Teufenstufe entwickelt, bei der zur Teufe hin Zinkblende und Quarz, schließlich nur noch Quarz, und nach oben, innerhalb der Gänge, Bleiglanz zunehmen. Da die Gänge vom Sattel zur Mulde einschieben, erkennt man diese Ausscheidungsfolge auf den entsprechenden Sohlen auch horizontal streichend. Gleichfalls findet sie sich aber auch horizontal querschlägig vom Liegenden zum Hangenden, woraus sich u. a. ergibt, daß sich die Störungen vom Liegenden zum Hangenden hin entwickelt haben und dabei gleichzeitig die Erzlösungen aufgestiegen sind. Alle diese Merkmale liefern außerdem den Nachweis, daß es sich bei den Gängen des Ruhrgebietes um solche ascendent-hydrothermaler Natur handelt.