Original paper

Das Lothringer Eisenerzbecken (Bassin Lorrain)

Beckenbauer, Franz

Kurzfassung

Im einleitenden Überblick über das Lothringer Eisenerzbecken stellte der Vortragende, der sich auf seine eigenen, in mehrjähriger maßgeblicher Tätigkeit im Minette-Revier gewonnenen Kenntnisse stützen kann, an Hand einer Gegenüberstellung von exakten Zahlentabellen über Eisenerzförderung, Eisengehalte und Roheisenerzeugung in den wichtigsten eisenproduzierenden Ländern die allgemeine Bedeutung des Minette-Revieres heraus: Danach nimmt Frankreich in der Eisenerzförderung nach den USA. und neben Rußland den 2. Platz ein und übertrifft die deutsche Förderung um das Doppelte. Denselben Platz behauptet Frankreich, bezogen auf den Eisengehalt der Bruttoförderung, wenn auch mit merklich geringerem Abstand zu dem an 3. Stelle liegenden Schweden. Innerhalb Europas liegt Frankreich an 1. Stelle (1953 in 1000 t: Eisenerzförderung 42 400, Eisengehalt der Förderung 10 700). Über 90% der französischen Förderung bringt das Minette-Revier. Eine weitere Zahlentafel machte die wirtschaftliche Entwicklung des Reviers anschaulich. Sie hat so recht eigentlich erst nach 1880 mit der Erfindung des Thomas-Verfahrens, das eine Verarbeitung der phosphorhaltigen Erze auf Stahl in großzügiger Weise ermöglichte, - dann allerdings sehr stürmisch und unter maßgeblicher Beteiligung der deutschen Eisenindustrie - eingesetzt, wobei die günstige Mischung teils kalkiger, teils kieseliger Erze im Verein mit der billigen Gewinnung im Tagebau, Stollen und Schacht den für damalige Begriffe niedrigen Eisengehalt von 30-35% mehr als ausgeglichen hat.