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Erzlagerstätten der Ver. Staaten von Nordamerika, insbesondere Bingham (Utah) und Franklin (New Jersey)

Spannagel, Clemens

Kurzfassung

Anläßlich einer Studienreise westdeutscher Bergbeamten nach den USA. zu Ende des Jahres 1952 ist eine Reihe von Erzbergwerken befahren worden. Soweit hiervon der Eisenerzbergbau betroffen wurde, ist die Cornwall-Mine der Bethlehem-Steel-Corp. bei Lebanon (Pa) besucht worden. Es handelt sich um eine durch magmatische Differentiation entstandene Magnetitlagerstätte mit 41% Fe, die aber auch etwas Kupferkies und Pyrit enthält. - Im Distrikt von Birmingham (Alabama), wo ein Roteisenoolith mit etwa 45% Fe (Clintonore) in Abbau steht, findet sich im Hangenden ein wesentlich ärmeres Flöz von etwa 23% Fe, das unter nicht sehr hohen zusätzlichen Kosten mit hereingewonnen werden kann. Aufbereitungsversuche sind zur Zeit im Gange. Im übrigen wird die steigende Nachfrage der USA. nach Eisenerzen in Zukunft zum großen Teil aus dem in der Erschließung stehenden Gebiet am Knob Lake in Labrador (Kanada) gedeckt werden, nachdem die bekannten Lagerstätten am Oberen See offenbar mehr und mehr zur Neige gehen. Besonders eindrucksvoll ist der Abbau des riesigen Kupfervorkommens von Bingham (Utah) an der östlichen Flanke des Oquirrh-Massivs, rund 40 km südwestlich von Salt Lake City. Der weiträumig angelegte Tagebau liefert allein 10% der Weltkupfer-Produktion und stellt zugleich den größten Mineralgewinnungsbetrieb der Welt überhaupt dar. Zwei Hangseiten sind von über 20 Abbaustroßen angeschnitten und geben das Bild eines gewaltigen stufenförmig abfallenden Kraters. Die tägliche Förderung beträgt rund 100 000 t Roherz mit einem mittleren Gehalt von 0,90% Cu. Die Hüttenproduktion erreicht täglich 800 t Elektrolytkupfer, nachdem die vorgeschaltete Flotation ein 33%iges Konzentrat mit \% Molybdän und geringen Anteilen von Gold und Silber ausbringt. Für den Gewinnungsbetrieb des Roherzes sind die Bewältigung der großen Massen (bei gleichzeitig starkem Höhenunterschied) durch elektrische Adhäsionslokomotiven und die zentrale Steuerung des gesamten pausenlosen Gruben-Fahrbetriebes durch elektrische Funkanweisung an die Lok-Führer und Weichensteller besonders bemerkenswert. Die elektrischen Oberleitungsloks (3000 Volt) wiegen je 125 t. Die Erzgewinnung erfolgt durch Bohr- und Schießarbeit, das Laden durch Raupen-Bagger mit 3,8 t Löffelinhalt. Der Erzkörper liegt im Ausläufer einer großen Intrusivmasse. Entlang einer breiten Störungszone sind Lagermassen und -stöcke eines stark verwitterten Monzonitporphyrs, die in karbonische Quarzite eingeschaltet sind, aufgereiht.