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Das Tertiär im Wiener Becken und seine Ölvorkommen

Papp, A.

Kurzfassung

Die innerhalb Österreichs liegenden Tertiärbecken haben entweder engere Beziehungen mit der Süddeutschen Molasse oder mit dem Mittleren Donaubecken. Von Westen nach Osten verschmälert sich das Molassebecken, im österreichischen Anteil zwischen Alpen und Böhmischer Masse gelegen, bis in den Raum von St. Pölten. Hier an der schmälsten Stelle erfolgt eine, dem Verlauf der Böhmischen Masse folgende Umbiegung nach Nordosten. Das Gebiet zwischen der Böhmischen Masse und der zu den Alpen gehörenden "Klippenzone" trägt die Bezeichnung "Außeralpines Wiener Becken". Das "Inneralpine Wiener Becken" liegt als Einbruchsbecken im alpinen Bereich zwischen der Klippenzone im Westen und den Kleinen Karpaten, wie dem Leithagebirge, im Osten. Die vor allem für Aufschlußarbeiten entwickelte paläontologische Gliederung beruht im wesentlichen auf der Verarmung von Foraminiferenfaunen im österreichischen Anteil der Molassezone (Haller-Schlier = Burdigal, Robulus-Schlier = Helvet). Die verarmten Foraminiferenfaunen des oberen Robulus-Schlier werden von Schichten mit reichen Foraminiferenfaunen überlagert (Lageniden-Zone = Torton nach bisheriger Bezeichnung). Auch vom unteren Torton zum Sarmat erfolgt wieder eine Verarmung der Foraminiferenfaunen. Das Sarmat und Pannon gestatten eine weitgehende Zonengliederung nach der Entwicklung der Mollusken-Foraminiferen- bzw. Ostracodenfauna. Das Burdigal ist in der Molasse Oberösterreichs wie auch im Außeralpinen Wiener Becken verbreitet und transgrediert in Flachwasserfazies auf der Böhmischen Masse (Schichten von Eggenburg). Das Inneralpine Wiener Becken ist im Burdigal noch landfest und Teil eines geschlossenen Alpen-Karpatenbogens. Erst im Helvet sinkt der zentrale Teil des Inneralpinen Wiener Beckens unter den Meeresspiegel. Es kommt zur Ablagerung des "Helvets im Inneralpinen Wiener Becken", das ein prähelvetisches Relief überlagert. Erst im Torton bekommt das Inneralpine Wiener Becken engere Beziehungen zu dem Mittleren Donaubecken. Das untere Torton transgrediert noch in das Außeralpine Wiener Becken, es reicht jedoch nur mehr in das Gebiet der "Molasseenge" bei Krems-St. Pölten und nicht weiter nach Westen. Das Sarmat ist im Außeralpinen Wiener Becken auf einen schmalen Bereich (bei Hollabrunn) beschränkt.