Original paper

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Unter- und Oberrotliegendem in der Saar-Nahe-Senke und ihre möglichen Ursachen

Falke, H.

Kurzfassung

Die Bezeichnung "Rotliegendes" trifft auf das Unterrotliegende mit Ausnahme der Tholeyer Gruppe nur bedingt zu; denn diese Schichtenfolge besteht aus einer Wechsellagerung von grauen und roten Sedimenten. Hierbei überwiegen zeitweilig, z.B. zur Lebacher Zeit, die grau- und dunkelgraugefärbten, mehr oder weniger feinkörnigen Ablagerungen. In Form von Sandsteinen, Schiefertonen, Papierschiefern, Kalken und fossilführenden Lagen stellen sie die Beckenfazies dar. In einem Süßwassersee abgesetzt, pendelt sie im Verlauf der Zeit hin und her und kann dabei eine dem Band der Senke sehr benachbarte Lage einnehmen, wie die Lebacher Schichten am Nordrand der Nahe- und Primsmulde bezeugen. Sie greift ebenfalls unregelmäßig in die Randfazies der Senke ein. Diese setzt sich aus gröberen Sedimenten, vorwiegend Arkosen, mit hin und wieder eingeschalteten Konglomeraten zusammen, deren Komponenten z. T. noch einen recht frischen Erhaltungszustand aufweisen. Sie ist fast durchgehend rotgefärbt. Diese Rotfärbung, gebunden vor allem an die feinkörnigen Bestandteile der Schichtenfolge, ist am intensivsten in Nachbarschaft der gröbsten Ablagerungen. Diese Randfazies ist im Westen und Südwesten am weitesten verbreitet und greift von hier aus, etwa der Trogachse folgend, nach Nordosten bis Osten vor. Zur Zeit der Wahnweger Schichten und unteren Tholeyer-Gruppe stößt sie in dieser Richtung weit in das Süßwasserbecken unter Verdrängung seiner Fazies vor und füllt es von Westen her auf.