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Beitrag zur Kenntnis des niederhessischen Periglazials und der Alterseinstufung einiger niederhessischer Kiesablagerungen

Udluft, H.; Jacobshagen, V.

Kurzfassung

Der Braunkohlentagebau Altenburg 2 der Preuß. Elektrizitäts-A.G. in Borken ist einer der größten, wahrscheinlich der größte Aufschluß Hessens, der an Größe nur von dem Tagebau Altenburg 4 übertroffen werden wird. Bei Baggerarbeiten an dem sog. 1. und 2. Vorschnitt dieses Tagebaues wurde vor einigen Jahren, obwohl der gesamte Tagebauraum sorgfältig abgebohrt war, unerwartet eine Basaltscholle angetroffen, deren Umgebung uns veranlaßte, das Profil der mit einem Schaufelradbagger freigelegten Wand maßstäblich zu zeichnen. Auffällige Erscheinungen in dieser Tagebauwand veranlaßten wiederholte Besuche und führten zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Hess. Landesamt für Bodenforschung, dem Geol. Institut in Marburg und der Preuß. Elektrizitäts-A.G. in Borken, die durch Jahre hindurch fortgesetzt wurde, bis der Tagebau Altenburg 2 seine größte Ausdehnung erreicht hatte Während dieser Zeit sind in unregelmäßigen Abständen eine beträchtliche Anzahl von Profilen maßstäblich gezeichnet worden, aus deren Gesamtvergleich heraus die im Vortrag vorgebrachten Folgerungen gezogen wurden. Die Aufnahmen haben z. T. unerwartete Bilder kennen gelehrt, die auf diesem Weg festgehalten wurden, da sie ja dem Abbau zum Opfer fielen. Sie werden an anderer Stelle veröffentlicht. Diese Vorschnitte in pleistozänen Bildungen über dem tertiären Sockel boten einen Einblick in periglaziale Erscheinungen, wie sie bisher in diesem Umfang und Ausmaß noch an keiner anderen Stelle des niederhessischen Raumes und auch der umgebenden Gebiete eingesehen werden konnten. Eine Reihe von Fossilfunden sowie der Vergleich verschiedener Merkmale im Lößprofil, die Höhenlage und der Vergleich mit Kiesaufschlüssen in der Umgebung haben eine Gliederung und die Entwicklung der Talgeschichte des Schwalmtales erkennen lassen, die durch die beiden folgenden Profilskizzen erläutert werden, von denen das erste ein Profil durch den Höhenrücken bei Großenenglis wiedergibt (1 a), während das zweite die Verhältnisse im Talrand des Schwalmtals kennzeichnet (1 b).