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Über den neuesten Stand der Angewandten Geophysik

Kutscher, F.

Kurzfassung

Zur Erforschung des nicht sichtbaren Untergrundes, für die man in der Geologie weitgehend auf Analogieschlüsse angewiesen ist, bedient man sich heute der Meßmethoden der geophysikalischen Untergrundsforschung. Sie benutzt die Wirkung bestimmter physikalischer Eigenschaften von Gesteinen entweder in ihrer direkten Fernwirkung oder aber in ihrer Wirkung auf künstlich hervorgerufene physikalische Prozesse, um daraus Schlüsse auf das Vorkommen und die räumliche Ausdehnung von Gesteinen oder Lagerstätten nutzbarer Bodenstoffe zu ziehen. Die Angewandte Geophysik stellt im Gegensatz zur Allgemeinen Geophysik ihre Sondiermethoden in den Dienst der Beherrschung und Ausnutzung der Natur indem die obersten Erdschichten, soweit diese von unmittelbarem wirtschaftlichem Interesse sind, erkundet werden. Die Kennzeichen des heutigen Einsatzes der Methoden der Untergrundsforschung ist das Abrücken von der akademischen Forschung zu einem Routinebetrieb mit weitgehender Mechanisierung, wobei die praktische Verwendbarkeit der Methoden von der Wirtschaft gefordert und gefördert wird. Da mit Hilfe der Methoden der Untergrundsforschung der stoffliche Aufbau der obersten Erdkruste in seinem bunten Wechsel, wie ihn die Erdkräfte geschaffen haben, festgelegt werden soll, ist die Fragestellung eine geologische. Die geophysikalischen Meßergebnisse sind im allgemeinen vieldeutig. Zur klaren Beantwortung der jeweiligen Aufgabenstellung ist es daher notwendig, mit Hilfe geologischer Erkenntnisse die wirklichen Untergrundverhältnisse eindeutig zu klären. Dadurch, daß man sich jedoch bemüht, die qualitativen Meßergebnisse durch quantitative zu ersetzen, bahnt sich zur Zeit auch hier eine Verschiebung in den Aussagen zugunsten der Angewandten Geophysik an. Die geophysikalischen Methoden: Apparativer Fortschritt, Arbeitsrichtung, Methodik und Einsatzmöglichkeiten. Die physikalische Gesteinseigenschaft, auf die die gravimetrischen Verfahren ansprechen, ist die Massendichte. Drehwaagen und Pendelapparate sind heute fast ganz von den statischen Schweremessern verdrängt, die eine Meßgenauigkeit von 0.01 mgal erreichen. Als Vorzüge sind geringes Gewicht, schnelle Meßmöglichkeit und hohe Empfindlichkeit zu nennen.