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Die floristische Gliederung des Westfals und seine Abgrenzung gegen das Stefan

Bode, Hans

Kurzfassung

Die Bedeutung der Paläobotanik für die Karbonstratigraphie ist unbestritten. Es braucht dazu nur auf die Ergebnisse der Heerlener Karbonkongresse hingewiesen zu werden. Trotzdem ist in Deutschland, und gerade im Ruhrgebiet, in den letzten Jahren das Studium der Pflanzenabdrücke nur wenig gepflegt worden, obwohl in dieser Zeit andere Arbeitsgebiete der Karbongeologie sehr stark gefördert sind und auch die Mikrobotanik, die Beschäftigung mit den fossilen Sporen und Pollen, großen Umfang angenommen hat. In den limnischen Karbongebieten bildet die fossile Flora praktisch das einzige Hilfsmittel für die Stratigraphie. In den paralischen Revieren spielen daneben die marinen Einlagerungen eine besondere Rolle, die im allgemeinen besser für die Grenzziehung geeignet sind. Das Vorkommen von marinen Schichten ist deshalb besonders sorgsam verfolgt worden. Leider ist ihre Zahl gering und sie reichen deshalb in der Regel für eine feinere Gliederung nicht aus. Die Bedeutung der Süßwasserhorizonte ist erst in letzter Zeit erkannt worden. Ob sie für die Feinstratigraphie zu benutzen sind, ist noch unentschieden. Die Möglichkeiten, die die fossile Flora bietet, sind noch nicht genügend ausgenutzt, da einerseits die Voraussetzungen zu einem Teil noch fehlen, andererseits die Arbeitsmethoden sich als nicht ausreichend erwiesen haben. Es ist deshalb notwendig, an Hand der vorliegenden bisherigen Erkenntnisse einmal zu prüfen, wie weit die floristischen Merkmale über die Parallelisierung und die grobe Horizontierung hinaus auch für die Feinstratigraphie angewandt werden können, d. h. nicht nur die Möglichkeit bieten, die Karbonschichten verschiedener Ablagerungsgebiete miteinander zu vergleichen und innerhalb eines Profils größere Schichtenkomplexe auszugliedern, sondern auch geeignet sind, einzelne Flözgruppen zu erkennen und eine schärfere Grenzziehung zu ermöglichen.