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Die Stratigraphie und Paläobotanik des Kohlenbeckens von Decazeville

Vetter, P.

Kurzfassung

Die lakustren Ablagerungen des Beckens von Decazeville liegen tief eingesenkt in den kristallinen Schiefem des französischen Zentralmassivs, und zwar in seinem südwestlichen Teil. Dort kreuzen sich mehrere große tektonische Störungen. Es sind dies: 1. Die Störung von Villefranche, an der Granit an das Mesozoikum des Aquitanischen Beckens stößt. 2. Die Zerrüttungs-Zone von Argentat. 3. Die große flözführende Senke, die sich nach Norden bis nach Moulins fortsetzt, und 4. die Ost-West-Störungen des Grabens von Rodez. Das Becken hat die Gestalt eines langgestreckten Rhombus mit einer Achse, die N 25° W (155°) streicht. Das Becken verengt sich nach Norden, nach Süden ist es weit geöffnet. Es ist maximal 18 km lang und 8 km breit; seine Oberfläche beträgt etwa 80 km2. Die Beckenränder bestehen zum größten Teil aus Glimmerschiefer. Sie sind jedoch im Norden von oligozänen Schichten (kiesführenden Tonen des Sannoisien und lakustrischen Kalken des Stampien) verhüllt. Im Westen erscheint zwischen Viviez und Aubin ein kleines Massiv aus mylonitisiertem Granit, dessen Fortsetzung man weiter im Süden wiederfindet. Im Südwesten wird das kohlenführende Gebirge von den Kalken des Sinemurien der Hochebene von Montbazens bedeckt. Im Südosten überlagert zwischen Auzits und Firmy ein schmales Band von Sandsteinen und Konglomeraten des Autunien diskordant das Kohlengebirge. Das Autunien verschwindet unter mächtigen roten Ablagerungen des Saxonien (Ober-Perm), die den Graben von Rodez aufgefüllt haben - einem tiefen Einbruch zwischen zwei kristallinen Massiven. Im Osten wird der Rahmen der Glimmerschiefer durch ein Gneismassiv mit amphibolitischen Gängen und einem bedeutenden Serpentin-Aufbruch in der Nähe des Dorfes Firmy unterbrochen.