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Neue Leithorizonte im Saarkarbon

Guthörl, Paul

Kurzfassung

In der "Begründung von fünf geognostischen Abteilungen in den Steinkohlen führenden Schichten des Saar-Rhein-Gebietes" benützte WEISS (1868) die Leaia-Schichten als einzigen Leithorizont. Er benützte ihn für die Abgrenzung der Ottweiler von den Saarbrücker Schichten. Der Leaia-Horizont liegt in den Göttelborner Schichten der Ottweiler Gruppe (Stefan A) der heute gültigen Schichten-Einteilung. Wenngleich WEISS (1868) die Grenze zwischen den mittleren und oberen Saarbrücker Schichten in den Bereich des "Holzer Konglomerats" legt, so hat er dieses aber nicht genannt. In seiner zusammenfassenden Darstellung "Fossile Flora der jüngsten Steinkohlenformation und des Rotliegenden im Saar-Rhein-Gebiete" (1869-1872) wurde es wohl genannt, aber erst ab 1875 benützte WEISS es offiziell als Grenzhorizont bzw. als Basis der oberen Saarbrücker Schichten in den geologischen Spezialkarten. Neben der Tonsteinbank im Flöz Heusler = Flöz 11 der Fettkohlen-Schichten, durch die dieses Flöz als Leitflöz angesprochen wurde, waren bereits früher schon dünne Tonsteinbänkchen in den Flözen Wahlschied und Schwalbach des Stefans bekannt. Weitere Tonsteinlagen wurden später, hauptsächlich durch die stratigraphischen Arbeiten KLIVERS und MÜLLERS nachgewiesen. So waren bis vor etwa 10 Jahren sieben Tonstein-Horizonte bekannt. Teils sind es Grenz-, teils Leithorizonte. Bekanntlich waren sie die Grundlage für eine genauere Schichten-Abgrenzung (s. Abb. 1 und 2). In den letzten Jahren wurden bei stratigraphischen Untersuchungen eine Anzahl weiterer Tonsteine entdeckt, die teilweise als gute Leithorizonte angesprochen werden können. Ungefähr in der Mitte der Heiligenwalder Schichten (Westfal D) liegen in den Flözen Viktoria und Sophie (Redener Bezeichnung) die Tonsteine 1/2 und 1/2 b. Die stellenweise bereits früher erkannte zweite Bank des Tonstein 1-Horizontes ist nunmehr im ganzen Revier nachgewiesen und dadurch eine Verwechselung mit dem Tonstein 2 ausgeschlossen. Etwa in der Mitte zwischen dem Fettkohlenflöz Stolberg = Flöz 1 und dem Tonstein 3 im Flöz Heusler wurde im Flöz Wrangel = Flöz 6 ein Tonsteinbänkchen gefunden und als Tonstein 2 1/2 bezeichnet. Unmittelbar im Liegenden des Tonsteins 3 wurde im Flöz 11 ein dünnes Tonsteinbänkchen erkannt, ein ähnliches einige Meter über dem Tonstein 6 im Flöz Viktor der Rothell-Schichten. Als tiefster bis jetzt bekannter Tonstein-Horizont konnte im Flöz 2 süd der Grube St. Ingbert der Tonstein 7 nachgewiesen werden. Spezielle Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, daß das Flöz Wahlschied ein Tonsteinbänkchen (Tonstein 0) das Flöz Schwalbach mehrere (Tonstein 00) führt. Infolgedessen können nunmehr diese beiden Flöze gut voneinander unterschieden werden.