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Einige Bemerkungen zur Fauna und Fazies im produktiven Oberkarbon

van der Heide, S.

Kurzfassung

Es ist die Absicht dieser Bemerkungen, einige Tatsachen herauszustellen über Tiergruppen des Oberkarbons, die in fazieller Hinsicht bislang noch ziemlich wenig ausgewertet worden sind. Das gilt besonders für Fische und Arthropoden (abgesehen von Ostracoden). Fische Als man noch über wenige Einzelbeobachtungen verfügte, hatte man den Eindruck, daß die oberkarbonischen Fische zwar ursprünglich im Meer lebten, sich später aber ganz den nichtmarinen Umständen im produktiven Oberkarbon angepaßt hätten (PRUVOST 1919). Das mag vielleicht auch zutreffen für einige Arten, aber verallgemeinern darf man diesen Eindruck m. E. nicht. Zunächst stellte sich nämlich heraus, daß Fischreste in der zyklischen Ausbildung der marinen Horizonte eine gewisse Rolle spielen (VAN DER HEIDE 1949). Man findet zwar vereinzelte Fischreste in allen Teilen des Zyklus, oft sind sie aber besonders häufig im rezessiven Hemizyklus: in der Zone mit Lingula und pyritisierten Spuren (wahrscheinlich herrührend von Planolites ophthalmoides) und in der Zone mit Planolites ophthalmoides. Es fragt sich, ob das nicht dafür spricht, daß die Fische infolge der zunehmenden Aussüßung und des Seichterwerdens des Wassers verendeten. Es kommt hierbei allerdings den Fischen nicht der gleiche Wert für Faziesdeutung zu wie Planolites ophthalmoides, weil die Fische eben durch ihre Beweglichkeit viel weniger faziesgebunden sind. Betrachten wir nun die allgemeine Verbreitung der Fischreste, dann scheint sie uns doch Wichtiges beizutragen zu der Deutung der Fazies im Oberkarbon - beobachten wir doch ein deutliches Maximum an Fischresten in den Zonen oberhalb der marinen Horizonte (VAN DER HEIDE 1943, Tabelle 5). Offensichtlich bedeutet das, daß die Fische sich nicht ohne weiteres dem nichtmarinen Milieu angepaßt haben. Im Jahre 1943 habe ich der Vermutung zugeneigt, daß die Fische zwar eine gewisse Zeit noch in nichtmariner Umgebung gelebt: haben, daß sie dort aber nicht ihre optimalen Bedingungen fanden und deshalb schließlich ausstarben.