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Zur Entstehung der oberkarbonen Steinkohlen im Gondwana von Süd-Brasilien

Putzer, Hannfrit

Kurzfassung

A. Lage der Steinkohlen-Vorkommen Die Steinkohlenflöze treten in einer Reihe meist kleiner geschlossener Becken in den brasilianischen Südstaaten auf (Abb. 1). Die Steinkohlen gehören dem tiefsten Teil der Gondwana-Bildungen, der sog. Tubarao-Serie, an. 1. In Rio Grande do Sul liegen die bisher bekannten Vorkommen in einem schmalen, halbkreisförmigen Streifen des Litoral in flachen Eintiefungen des "Rio-Grande-Schildes", wie der südlichste Ausläufer des Brasilianischen Schildes genannt wird. Das Nord-Revier besteht aus den Einzelbecken Gravatei-Sant'Antônio, Charqueadas, Arroio dos Ratos, Recreio-Butiá-Leao; das Süd-Revier aus dem großen Becken von Candiota und den kleinen Mulden von Seival und Hulha Negra. - Isolierte Flözchen und stark schiefrige Kohlenausbisse sind in dem zwischen beiden Revieren liegenden Gondwana-Bogen im Vorland der Randstufe der Trapp-Decken bekannt. 2. In Santa Catarina nimmt das größte brasilianische Kohlenbecken von Lauro Müller-Siderópolis-Criciuma eine geschlossene Fläche von über 100 x 30 km im Litoral des Südens des Staates zwischen dem Steilabfall des Innerbrasilianischen Hochlands (Trapp der Serra Geral) und dem Atlantik ein. - Die Kohlen setzen mit größter Wahrscheinlichkeit nach Westen unter die Serra Geral fort, so daß der Westrand des Beckens bisher nicht bekannt ist. - Als Erosionsreste sind weiter im Norden des Staates die sehr kleinen isolierten Vorkommen von Presidente Getúlio bei Ibrirama und von Quebradentes bekannt, sowie die nur wenige km schmalen Kohlensäume beiderseits des Itajaí-do-Oeste im Raum Rio do Sul-Tajó. 3. Die Kohlenlager von Paraná liegen auf dem Hochland im Nordosten des Staates, nördlich der Landeshauptstadt Curitiba. Das bedeutendste Becken, am Oberlauf des Rio do Peixe gelegen, ist das Revier von Cambuí mit den erosiv abgetrennten Randbecken von Pelame, Carvaozinho und Euzébio de Oliveira. - Die sehr kleinen Becken von Ibaití, Pinhalao, Engano, Japira und Barbosas bilden das östliche Revier des Rio das Cinzas mit dem Zentrum Tomazina.