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Das Ergebnis neuerer stratigraphischer Untersuchungen unter besonderer Berücksichtigung der Mikrofauna im oberen Westfal A der Zeche Friedrich Heinrich am linken Niederrhein

Reichelt, H.

Kurzfassung

In den Steinkohlenbergbaugebieten, in denen die Ausrichtung der Flöze im Gestein durch Querschläge und Blindschächte erfolgt, werden zahlreiche Aufschlüsse auch im Nebengestein der Flöze erhalten. Diese in den letzten Jahren auf Friedrich Heinrich getätigten Aufschlüsse wurden eingehend - und zwar z. T. auch auf Mikrofauna - untersucht. Über das Ergebnis dieser stratigraphischen Untersuchungen soll nachstehend kurz berichtet werden. In dem aus Abb. 1 zu ersehenden Untersuchungsgebiet befinden sich die westlichsten der durch den Bergbau erhaltenen Aufschlüsse in den Bochumer Schichten des Westfal A im niederrheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk. Sie liegen im Bereich des Dorstener Sattels und der Lippe-Mulde. Bei der vorherrschend flachen Lagerung (vgl. Abb. 2) können hier einzelne Horizonte besonders gut verfolgt werden, zumal im Norden wie im Süden des Feldes die gleichen Schichtpakete aufgeschlossen wurden. Es handelt sich dabei, wie gesagt, um die Bochumer Schichten, und zwar von Flöz Katharina bis Flöz Karoline, vereinzelt auch noch bis Flöz Sonnenschein. Von großer Bedeutung für stratigraphische Rückschlüsse ist der starke Wechsel in der petrographischen Beschaffenheit des Karbongesteins im gleichen Horizont. Ein Beispiel (s. Abb. 3) soll das veranschaulichen. Hier sind drei in einem Abstand von nur 250 m getätigte Aufschlüsse einander gegenübergestellt, welche die starken Änderungen in der Mächtigkeit und petrographischen Beschaffenheit der Schichtpakete ohne weiteres erkennen lassen. Zwischen den Flözen Mathilde und Mathilde 2 wurde eine Auswaschungszone mit sehr unruhiger Ablagerung, d. h. mit kreuzgeschichteten Sandstein- und Kohlenlinsen, festgestellt. Noch krasser sind die Änderungen bei einem 1200 m südlich liegenden Aufschluß, wo über und unter Flöz Matthias 3 mächtige Sandsteinschichten erscheinen an Stelle von tonigen Schichten, die Foraminiferen, Ostracoden und nicht-marine Muscheln führen. Auffallenderweise gleicht sich die Mächtigkeit innerhalb eines größeren Schichtpaketes aber wieder mehr oder weniger aus - eine Tatsache, die immer wieder festgestellt wird.