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Die Petrographie der Kohle als Hilfsmittel bei der Flözparallelisierung

Stach, E.

Kurzfassung

Einleitung Die Identifizierung der Steinkohlenflöze ist bisher vorzugsweise mit Hilfe des umgebenden Gesteins, des sogenannten Nebengesteins, vorgenommen worden. In diesem hat man tierische oder pflanzliche Leitfossilien oder kennzeichnende Gesteinsbänke gesucht, wie Konglomerate und Sandsteine. Hierzu sind in letzter Zeit die; Mikropaläontologie und die sogenannte Feinstratigraphie gekommen, die zur Aufstellung von Gesteinswiederholungen (Cyclothemen) geführt haben, die ebenfalls für die Flözidentifizierung herangezogen werden können. Auf diese Hilfsmittel der Flözparallelisierung soll hier nicht eingegangen werden, sondern es sollen vielmehr hier einmal zusammenfassend einige Merkmale besprochen werden, die ein Kohlenflöz selbst für seine Identifizierung bietet. Dieses Verfahren war früher ziemlich hoffnungslos. Nachdem sich aber die Kohlenpetrographie im Laufe der letzten Jahrzehnte vor allem durch die Anwendung der Kohlenanschliff-Methode, der Ölimmersions-Untersuchung und der petrographischen Kohlenanalyse - drei Faktoren, für deren Anwendung ich mich immer wieder eingesetzt habe - auf breiter Basis entwickelt hat, bietet auch sie jetzt geeignete Hilfsmittel für die Flözparallelisierung. 1. Bergemittel und Tonsteine Die Steinkohlenflöze sind untereinander gar nicht so gleichmäßig ausgebildet, wie das den Anschein hat. Im Gegenteil, bei genauerer Untersuchung der Kohle selbst erkennt man erst den Charakter eines Flözes. Bei denjenigen Flözen, die charakteristische Bergemittel haben, ist eine Identifizierung vielfach mittels dieser Gesteinslagen möglich, wenn auch nur auf kurze Erstreckung, also vielleicht innerhalb einer Zechenanlage. Diese Möglichkeit wird auch von den Markscheidern meist genutzt. In manchen Kohlenflözen finden sich ferner Konkretionen, wie z. B. die Dolomitknollen oder dolomitisierten Lagen, die auf eine marine Überdeckung hinweisen. Werden Dolomitknollen gefunden, so kann dies entsprechend ausgewertet werden. Eine weite Verbreitung haben auch die Tonsteine, wie beispielsweise die Tonsteinlage in Flöz Dickebank, die ich auf sehr großer Erstreckung verfolgen konnte.