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Die Petrographie der Kohle als Hilfsmittel bei der Flözparallelisierung

Schulte, H.; Stach, E.

Kurzfassung

Es sei mir gestattet, auf die Bedeutung der von Herrn Prof. Dr. STACH entwickelten kohlenpetrographischen Arbeitsmethode der Flözidentifizierung für die bergbauliche Praxis hinzuweisen und sie zu bestätigen. Der Bergbau benötigt eine Methode, die bei möglichst geringem Arbeitsaufwand kurzfristig erreichbare eindeutige Ergebnisse liefert und die Beantwortung der immer wiederkehrenden Fragen der Flözidentifizierung sicherstellt. Daher ist jeder neue Weg zu begrüßen, der die bisher bekannten Verfahren der Flözidentifizierung ergänzt und damit die Flözgleichstellung auf eine breitere Basis stellt. Auf einer der von mir markscheiderisch bearbeiteten Anlagen hat beispielsweise die Auffindung des Crassidurits in dem von Herrn STACH als Crassidurit-Flöz bezeichneten Flöz Blücher 3, wie ich darlegen möchte, wesentlich zur geologischen, stratigraphischen und tektonischen Deutung eines als unbauwürdig abgeschriebenen Feldesteils beigetragen. Der nach Norden fortschreitende Abbau dieses Feldesteils war nach Abbau der im Nordflügel des Wattenscheider Sattels anstehenden Flöze und nach Durchfahrung der sog. Wattenscheider Überschiebung in ein Gebiet sehr starker Störungen geraten. Die tektonischen Verhältnisse waren vollkommen unübersichtlich und unklar. Ein Gutachten geologischer Stellen hatte zu einer Projektion der Lagerungsverhältnisse geführt, nach der in diesem Feldesteil etwa 2 Mio t Kohlen anstellen sollten. Eine Beurteilung ihrer Bauwürdigkeit war nicht möglich. Es ist verständlich, wenn diese Feldesteile durch die Bergwerksleitung als unbauwürdig beurteilt wurden und aus dem Ausrichtungsprogramm der Anlage ausgeklammert wurden. Im Jahre 1952 wurde eine erneute Überprüfung der Lagerungsverhältnisse beschlossen, da einige in der Zwischenzeit gemachte Feststellungen das bisher gutachtlich begründete Bild nicht bestätigten.