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Eine Foraminifere im Brandschiefer des Ruhrflözes Wellington

Stach, E.

Kurzfassung

Wie schon S. VON BUBNOFF (1932) betont hat und wie auch von mir wiederholt ausgeführt worden ist, lassen sich auch anorganische Gesteine im Anschliff, ähnlich wie Erze und Kohlen, gut mikroskopisch untersuchen. In Schiefem und Sandschiefern des Karbons kann man die anorganischen Gemengteile quantitativ bestimmen. Im Brandschiefer können außerdem alle organischen Beimengungen festgestellt werden. Die karbonischen Brandschiefer sind zwar auf meine Veranlassung von GUNTHER SCHULZE (1932) petrographisch untersucht worden, doch wurden diese Untersuchungen damals noch ohne Ölimmersion durchgeführt. Die Brandschiefer, die ein meist sehr feinstreifiges Gemenge von Ton und Kohle darstellen, sind eine Fundgrube petrographischer Einzelheiten, die keinesfalls bis jetzt ausgeschöpft ist. Der petrographische Charakter der Brandschiefer kann nur durch mikroskopische Anschliffuntersuchungen einwandfrei festgestellt werden, da in Dünnschliffen die dunkle organische Substanz nicht nur selbst nicht erkennbar ist, sondern auch die Einzelheiten der anorganischen Bestandteile verdeckt. Die Brandschiefer können außerordentlich verschiedenen petrographischen Charakter und sehr verschiedene Eigenschaften haben, die für ein Flöz kennzeichnend sind. Meist ist mit bloßem Auge nicht sicher zu entscheiden, wie weit es sich um typische Brandschiefer, Kennelschiefer, Bogheadschiefer oder teilweise Kennelkohle handelt. Von FIEBIG wurde mir ein solches Gestein aus dem Hangenden von Flöz Wellington zur mikroskopischen Untersuchung übersandt. Das Gestein erwies sich als echter Brandschiefer mit etwa 55% Ton, Quarz und Eisenkarbonat, von denen der Ton bei weitem überwiegt. Vereinzelt kommen Quarzkörner und regelmäßige Eisenkarbonat-Ausscheidungen in dem Ton vor. Die organische Substanz liefert etwa 25% Vitrinit und 20% Mikrinit.