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Tektonische Gesteinsdeformation im Karbongürtel Westdeutschlands und Süd-Limburgs

Breddin, Hans

Kurzfassung

1. Einleitung Daß das westdeutsche Steinkohlengebirge gefaltet ist, weiß man seit langem. In jüngster Zeit (BREDDIN, 1956) hat sich indessen herausgestellt, daß ein großer Teil des Steinkohlengebirges außer von der eigentlichen Faltung noch von einem weiteren regionalen tektonischen Vorgang betroffen worden ist, der zwar auf die gleichen tangentialen Druckkräfte zurückzuführen ist, im übrigen aber einen ganz anderen Charakter hat - der tektonischen Gesteinsdeformation. Die tektonische Gesteinsdeformation läßt sich in Art und Ausmaß durch die tektonischen Verformungen der Fossilien nachweisen. Welcher Art diese Verformungen sind, daß sie und wie sie sich berechnen lassen, ist in dem in dieser Zeitschrift unlängst erschienenen Aufsatz des Verfassers (BREDDIN, 1956) mathematisch eingehend begründet. Dort ist auch bereits erwähnt, daß der westdeutsche Steinkohlengürtel noch in den randlichen Bereich der Gesteinsverformung hineinfällt, die fast das ganze Rheinische Schiefergebirge betroffen hat. Während die tektonische Gesteinsdeformation jedoch im Rheinischen Schiefergebirge selbst außer in der Deformation der Fossilien sich auch in der Schiefrigkeit der Tongesteine deutlich ausprägt, ist sie in den Steinkohlenrevieren an Ruhr und Wurm meist nur an der Deformation der Fossilien erkennbar, während die Schiefrigkeit kaum noch in Erscheinung tritt. Die Art der Deformation der Fossilien und des sie einschließenden Gesteins ist je nach der Ausbildung der Schiefrigkeit der Tongesteine verschieden. Diese Unterschiede lassen sich in wenigen Sätzen zusammenfassen (vgl. Abb. 1).