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Rückschau und Ausblick

Hesemann, J.

Kurzfassung

7 Jahre sind seit der kurzen Steinkohlentagung der Gesellschaft in Essen und erst 3 Jahre seit dem letzten Heerlener Kongreß vergangen. Anders als der Heerlener Kongreß mit seiner überregionalen Aufgabe und seinem Charakter einer Tagung, auf welcher gewisse Absprachen in allgemein verbindlicher Form getroffen werden, hatte sich diese Frühjahrstagung auf das westdeutsche Steinkohlengebirge beschränkt. Dessen Erforschung war in den letzten Jahren so belebt worden, daß eine Aussprache lohnend erschien, die dann auch ausländische Geologen angezogen hat. Ein nicht unbedeutender Zweck einer Tagung ist indessen in der Fortwirkung des Gebotenen zu sehen. Um diese zu begünstigen, soll eine Rückschau auf den erzielten Stand der Forschung und ihre Lücken sowie ein Ausblick auf die künftigen Schwerpunkte versucht werden. OBERSTE-BRINK formulierte die Fragen des Bergbaus an die westdeutsche Steinkohlengeologie und umriß damit den Sinn der Frühjahrstagung für die praktische Bedeutung der mitgeteilten Untersuchungen. Wie ein roter Faden zog sich die angewandte Seite der Forschungsergebnisse durch alle Vorträge und Veröffentlichungen. So ist das wissenschaftliche und praktische Fazit der neuen Erkenntnisse über die Paläogeographie der subvariscischen Vortiefe gleich wichtig. Die Fortsetzung der kaledonischen Faltenzüge des Brabanter Massivs unter dem Ruhrkarbon, die genauere Abzeichnung der Ränder der Vortiefe, das vorlandwärtige Vorrücken der flözführenden Fazies und die aus dem Übergreifen roter Schichten des Westfal D über Westfal B bei Winterswijk hervorgehende Fortdauer von Bewegungen in der Westfalzeit, das alles kann man als gesicherte neue Erkenntnis übernehmen (R. TEICHMÜLLER). Die Paläogeographie des Oberkarbons konnte weiter aufgehellt werden durch neue Tiefbohrungen im Raume zwischen Ruhr und Nordsee sowie durch fortgesetzte Studien von Kohlen- und anderen Geröllen. Es sei nur auf die überraschend große Mächtigkeit des Namur C und dessen ausgedehnte Rotfärbung in der Bohrung Bielefeld (FABIAN) hingewiesen. Die Vermutung, daß der Südrand des Karbontroges nicht sehr weit entfernt war, erhält durch die Devon-Kalkgerölle im Finefrau-Konglomerat von Duisburg eine weitere Stütze (SCHAUB).