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Der Sedimentationsrhythmus der Kohlenflöze

Mackowsky, M. Th.

Kurzfassung

Angeregt durch die grundlegenden Untersuchungen von OBERSTE-BRINK, JESSEN, MICHELAU und vielen anderen über die Schwellen und Senken im Ruhrgebiet einerseits und den Sedimentationsrhythmus im Nebengestein der Flöze andererseits wurde der Frage nachgegangen, ob es nicht möglich ist, auf Grund einer petrographischen Flözprofilanalyse etwas über den Sedimentationsrhythmus bei der Flözbildung auszusagen. Für einen derartigen Versuch ist es erforderlich, Überlegungen bezüglich der Genesis der Gefügebestandteile und Streifenarten anzustellen. Es wurde eine Übersicht über die voraussichtliche Entstehung der Gefügebestandteile gegeben. Die Vitrinit-Entstehung wird dabei als vollkommen anaerob angenommen, da die neuesten Untersuchungen von WELTE zu dem eindeutigen Ergebnis geführt haben, daß sich im Boden die Huminsäuren durch Autoxydation bilden. Bei Vorhandensein von Sauerstoff werden sie verhältnismäßig schnell unter C02-Abgabe oxydiert. Da bei Mikrinit, Semifusinit und Fusinit die Huminsäuren in steigendem Maße fehlen, kann die Entstehung dieser Mazerale auf zunehmenden Sauerstoffeinfluß zurückgeführt werden. Diese Vorstellung über die Entstehung der Mazerale kann jedoch auf die Streifenarten übertragen werden, da diese, wie auch schon R. POTONIÉ gezeigt hat, weitgehend hypautochthon sind. Auf Grund von Anschliffuntersuchungen senkrecht und parallel zur Sedimentationsschichtung wird vermutet, daß bei den Claroduriten und den Vitrinertiten der hypautochthone Einfluß am geringsten ist, um dann von den Duroclariten über die Durite bis zu den Kennelkohlen anzusteigen. Als allochthon entstanden werden nur die Bergemittel angesehen. Die Vitrite und Clarite sind demnach die einzigen Streifenarten der Kohle, die wenigstens mit einiger Berechtigung als streng autochthon zu bezeichnen sind.