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Grubenbefahrungen und Besichtigung des neuen Gefrierschachtes der Niederrheinischen Bergwerks AG. in Kapellen

Teichmüller, R.

Kurzfassung

Auf drei Grubenbefahrungen hatten die Tagungsteilnehmer am Vormittag Gelegenheit, einen Einblick zu tun in den Aufbau des Steinkohlengebirges am Niederrhein. Unter der Führung von Herrn Markscheider REICHELT wurde Flöz Katharina mit seinen Torfdolomiten und marinem Hangenden besichtigt (vgl. REICHELT: örtliche Anhäufung mariner Fauna in dem am linken Niederrhein fossilfreien Horizont über Flöz Katharina auf der Zeche Friedrich Heinrich. - N. Jb. Geol. Paläont., Mh., 1955, S. 185-193. Stuttgart 1955). Ferner zeigten die Herren Markscheider BARTNIG und Dr. SCHAUB im Steinkohlenbergwerk Diergardt-Mevissen den marinen Horizont über Flöz Hauptflöz, der jüngst auch in Bohrungen angetroffen wurde [vgl. SCHAUB, H.: Über Sedimentationsrhythmen in den oberen Sprockhöveler Schichten (Namur C) an Rhein und Ruhr. - N. Jb. f. Geol. u. Paläont., Mh., 1955, S. 169-172. Stuttgart 1955]. Im Steinkohlenbergwerk der Niederrheinischen Bergwerks AG., Neukirchen (Krs. Moers), wurde unter Führung der Herren Markscheider HOGARDT und Vermessungssteiger TIMPE schließlich der marine Horizont über Flöz Finefrau-Nebenbank und die Girondelle-Partie studiert. Am Nachmittag wurde der neue Gefrierschacht der Niederrheinischen Bergwerks AG. in Kapellen vor den Toren Krefelds unter der Führung von Herrn Markscheider HOGARDT von vielen Tagungsteilnehmern besichtigt. In einem Kolloquium, das in der Bergschule Moers unter dem Vorsitz von Dr. KARRENBERG stattfand, wurden die mannigfachen geologischen Fragen, die dieser Schachtbau im tertiären Deckgebirge aufgeworfen hatte, eingehend diskutiert. Der Schachtbau erlaubte ein Standardprofil vom niederrheinischen Tertiär aufzustellen, an dem die vielen physikalischen Bohrlochmessungen der letzten Jahre stratigraphisch und gesteinsphysikalisch geeicht werden konnten. Die von Dr. SCHAUB unterschiedenen 20 "elektrischen" Horizonte konnten von Frl. ELLERMANN, z. Z. Hannover, mit Hilfe der reichen Mikrofauna stratigraphisch eingestuft werden.