Original paper

Exkursion in das Oberkarbon am Süd- und Westrand der Inde-Mulde bei Aachen

Herbst, G.

Kurzfassung

Die Fahrt ging von Krefeld über Jülich nach Weisweiler, wo sich am Südrand der Ziegeleigrube ein Geländeüberblick über die nördliche Randzone der Eifel ergab. Im Westen ragt die Halde der längst stillgelegten Grube Centrum auf, welche die Eschweiler Binnenwerke im Kern der Inde-Mulde baute. Vor der Grube Centrum ist der Verlauf der Sandgewand, einer der bedeutendsten Querstörungen des Reviers, durch einen deutlichen Anstieg im Gelände gekennzeichnet. Im Nordwesten reicht der große Braunkohlentagebau "Zukunft-West" bis an die Sandgewand heran. Die hier im Abbau befindlichen Braunkohlenflöze gehören der Hauptflöz-Gruppe an. Das Karbon liegt dort rund 240 m unter Gelände. In der Ziegelei-Grube Weisweiler (Gebr. Wolff) sind in steiler bis überkippter Lagerung die obersten Schichten des Breitgang-Horizontes und die untersten Schichten der Binnenwerke mit Flöz Padtkohl (= Steinknipp-Sonnenschein) aufgeschlossen. HAHNE (1932) hat hier durch Lingula-Funde den Wasserfallhorizont über Flöz Kleinekohl nachweisen können. 1. Am Eifelrand entlang führte der Exkursionsweg in östlicher Richtung bis Langerwehe, wo nach SW in das Wehe-Tal eingebogen wurde. Oberhalb des alten, nicht mehr zugänglichen Stollens bei Schönthal, mit welchem das Flöz "Gerhardine" aufgeschlossen wurde, stehen in dem Quarzitsteinbruch bituminöse Schiefertone an, die 1,5-2,0 m über der Quarzitbank reichliche marine Fauna führen: Reticuloceras superbilingue, Homoceratoides divaricatum, Gastrioceras sigma (nach freundlicher Bestimmung von H. SCHMIDT und E. PAPROTH), Crinoiden u. a. Die Schichten gehören dem Krebs-Traufe-Horizont an und entsprechen in ihrer Fossilführung etwa dem Hauptflöz. 2. Der nächste Aufschluß, der Hacksche Steinbruch, 1 km weiter südwestlich, am Südrand von Bl. Düren gelegen, zeigt eine der streichenden Eifelrandstörungen, die Jüngersdorfer Überschiebung.