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Ergebnisse seismischer Messungen auf der süddeutschen Großscholle besonders im Hinblick auf die Oberfläche des Varistikums

Breyer, Friedrich

Kurzfassung

1. Einleitung Um die Eignung seismischer Messungen zur Erkundung ihrer süddeutschen Aufschlußgebiete zu prüfen, ließ die Zweigniederlassung Erdöl und Bohrverwaltung der Preußag im Frühjahr 1954 durch die Fa. Prakla, Hannover, in Mittelfranken und im Kraichgau eine Reihe von Profilen mit Reflexionsseismik und Refraktionsseismik ausmessen. Ein erster gleichartiger Versuch im Jahre 1952 war so gut wie völlig negativ ausgefallen. Um so mehr überraschten die bei dem zweiten Versuch erzielten Resultate. Die dabei angewandte Anordnung der Refraktionslinien erwies sich als ein gutes und nicht einmal sehr kostspieliges Mittel, den Bau weiter Gebiete der Süddeutschen Großscholle in kurzer Zeit in großen Zügen zu klären. Selbstverständlich wurden dazu alle verfügbaren geologischen Aufschlüsse, namentlich aus Bohrungen, herangezogen. Über die Ergebnisse wird im folgenden berichtet. Die refraktionsseismischen Messungen liefern, wie bekannt, Angaben über die Tiefe gewisser schallharter Schichten, die spezifische Schallhärte dieser Schichten sowie als Differenz der Tiefenangaben die Mächtigkeit der Schichtenpakete. Außerdem erhält man noch die Komponente des Einfallens der verfolgbaren Schichten in Richtung des Profils. Die geologische Interpretation erstreckt sich demgemäß auf Fragen der Fazies, die das geologische Korrelat der physikalischen Eigenschaft "Schallhärte" darstellt, auf solche der Paläogeographie auf der Grundlage der Angaben über Fazies und Mächtigkeit und schließlich auf Fragen der Tektonik an Hand der Beiträge zur Kenntnis der gegenwärtigen Tiefenlage der verschiedenen Schichten bzw. Schichtgrenzen. Das größte Interesse dürfen die tiefsten erforschten Schichten für sich in Anspruch nehmen, in diesem Falle das varistische Grundgebirge, besonders in seiner historischen Rolle als "Vindelizisches Land", ferner das Rotliegende, gerade weil es in gewissen Gebieten nicht nachgewiesen werden konnte. Aber auch über Buntsandstein und Muschelkalk wird zu sprechen sein, da auch über ihr Vorkommen Angaben gemacht werden können.