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Die Frankenwälder Querzone zwischen Selbitz und Saale nordwestlich Hof

v. Horstig, Gerhard

Kurzfassung

Das Gebiet zwischen der Münchberger Masse und der Nordgrenze Bayerns stellt das bisher von der Geologie etwas vernachlässigte Bindeglied zwischen Bayerischem Frankenwald und Thüringischem Schiefergebirge dar. Die geologische Situation des Gebietes zeigt die Skizze (Abb. 1). Sie sehen darauf die bisher nicht geklärte Fortsetzung der großtektonischen NO-Strukturen des Thüringischen Schiefergebirges nach Südwesten. So zieht das Blintendorfer Kulm nach meinen Kartierungsergebnissen bis Marxgrün durch und mündet dort in die Nailaer Kulmmulde. Der Hirschberg-Gefeller Sattel teilt sich im Raum von Berg in zwei abgesunkene Ausläufer, den Reitzensteiner und den Selbitzer Sattel, die bei Marxgrün bzw. Selbitz an Störungen enden. Beide umgreifen das NO-Ende der Nailaer Kulmmulde, die SW Berg aus ihrer devonischen Unterlage auftaucht. Die Lagebeziehung im Süden gibt die Nordspitze der Münchberger Masse samt der vorgelagerten Bayerischen Fazies. Wenden wir uns nach diesem kurzen Überblick nun dem Thema zu. E. ZIMMERMANN (1912) hat die von ihm Frankenwälder Quersattel genannte große NW-Struktur bis an den Südrand von Blatt Hirschberg bei Eisenbühl verfolgt. Es war als sicher anzunehmen, daß sich die Struktur noch weiter nach SO fortsetzt, und ihr eventueller Abschluß versprach ein interessantes Problem zu werden. Meine Arbeit hat neuerdings auch dadurch sehr an Aktualität gewonnen, daß W. SCHWAN (1955) etwa gleichzeitig mit mir die in Thüringen gelegenen Teile des Quersattels untersucht hat. Da die von ihm geprägte Bezeichnung Frankenwälder Querzone auch meinen Beobachtungen besser gerecht wird als der ZiMMERMANNsche Begriff Frankenwälder Quersattel, sei mir gestattet, sie in der Folge ausschließlich zu verwenden.