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Hakenbildungen an Spateisensteingängen des Siegerlandes. Ein Beitrag zum Problem der Abhängigkeit von Erzgängen vom Gebirgsbau

Bauer, Günter

Kurzfassung

Die Spateisensteingänge des Siegerlandes sind zum überwiegenden Teil in rheinisch streichenden Gangzügen zusammengefaßt. Sie werden heute als mineralisierte, steile Abschiebungen betrachtet. Ihre Gestalt ist annähernd linsenförmig. Während sie in der Vertikalen verhältnismäßig gestreckt ausgebildet sind, kann man in der Horizontalen nicht selten Verbiegungen beobachten, die sich stellenweise bis zur Bildung stark gekrümmter Haken steigern. Die einzelnen Gänge streichen vornehmlich N-S oder E-W, und die auftretenden Haken stellen jeweils die Verbindung zwischen diesen beiden Hauptrichtungen dar. Quer zu den Faltenachsen streichende Gänge sind selten und bilden keine Haken, höchstens schwache Verbiegungen. Im Verlaufe der geologischen Erforschung des Siegerlandes haben zuerst HENKE (1922) und QUIRING (1924, S. 24-26) eine gewisse Abhängigkeit der Hakenbildungen vom Faltenbau des geschichteten Nebengesteins (Unterdevon) erkannt. In der Regel treten Haken dort auf, wo Sättel bzw. Mulden eine Gangzone kreuzen. Doch HENKE (1934, S. 301) betont bereits, daß nicht alle Haken und Richtungsänderungen der Gänge auf den Einfluß von Sattel- und Muldenachsen zurückzuführen sind. Es ist auch verständlich, daß Hakenbildungen verschieden häufig und ausgeprägt sind, denn die Erzgänge setzen sowohl in überaus lebhaft gefalteten als auch in relativ ruhig gelagerten Nebengesteinsschichten auf. An Hand einiger Beispiele sollen die Verhältnisse veranschaulicht werden: Bei den Gängen im Südteil des Florz-Füsseberger Gangzuges fehlen echte Haken vollkommen, weil hier die Siegener Schichten sehr regelmäßig nur nach SE einfallen. Als Beispiel dafür seien hier die Gangstücke (nach der Definition von QUIRING 1924, S. 1) "Eintracht", "Straßburg I" und "Straßburg II" angeführt (Abb. 1). Ein Grund für die geringen Änderungen der Streichrichtung der ursprünglich sicher zusammenhängenden Gangspalte läßt sich in diesem Falle aus den Lagerungsverhältnissen des Nebengesteins nicht herleiten.