Original paper

Zur Geologie von Unterfranken. Hierzu drei Exkursionen

Rutte, Erwin

Kurzfassung

Die ältesten Gesteine Unterfrankens stehen über Tage im kristallinen Spessart an. Es sind in der Hauptsache Gneise der verschiedensten Prägung, meist Paragneise, ferner Orthogesteine, Diorite, Gangfüllungen sowie Quarzite und Phyllite. Die altersmäßige Einstufung bereitet noch Schwierigkeiten; es ist zu hoffen, daß die begonnenen mineralogisch-petrographischen Untersuchungen eine Klärung dieser Frage erbringen. Das Spessart-Kristallin taucht im weiteren Gebiet um Aschaffenburg in ostwärtiger Richtung unter. Bohrungen erweisen die Fortsetzung. Kristallin und Altpaläozoikum wurden unter Bad Kissingen, Brückenau, Boxberg und Volkach angetroffen. Die kristallinen Auswürflinge in den jungtertiären vulkanischen Produkten der Rhön vermehren die Kenntnis vom kristallinen Sockel. Die variskische Gebirgsbildung führt zu gut faßbaren, großen Strukturen. Eine Schwelle und zwei Tröge queren Unterfranken. Während des Perm füllen sich die Tröge zunächst mit limnisch-fluviatil-terrestrischen Ablagerungen. Im Westen berührt der Saar-Selke-Trog gerade noch unterfränkisches Gebiet. Gegen Osten schließen sich an die Spessart-Rhön-Schwelle und der gewaltige Oos-Saale-Trog. Das Rotliegende, wohl hauptsächlich Oberrotliegendes, erreicht in Kissingen oder Volkach (Bohrungen) Mächtigkeiten von über 300 m. Von der Ostflanke der Spessartschwelle sind porphyrische Ergüsse vermutlich des Mittelrotliegenden bekannt geworden. Tagesaufschlüsse liegen nur aus dem Saar-Selke-Trog im westlichen Unterfranken vor. Die im Zechstein von Norden gegen Süden transgredierende flache Meeresbucht überwältigt den gesamten unterfränkischen Raum. Die während des Rotliegenden aufgefüllten Tröge und die gleichzeitig erniedrigte Spessart-Schwelle werden in fast einem Niveau überfahren. Zechstein lagert in Unterfranken sowohl auf kristallinem Grundgebirge wie auf Rotliegendem. Die Tagesaufschlüsse im Westen des Spessart zeigen Gesteine, die sich stratigraphisch den verschiedensten Horizonten zuordnen lassen. Die Mächtigkeiten des gesamten Zechsteins überschreiten hier 30 m kaum.