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Exkursion in die Trias und das Pleistozän von Unterfranken am 11. September 1955

Rutte, E.

Kurzfassung

Exkursionsweg: Würzburg (ab 7.00)-Ochsenfurt-Kitzingen-Iphofen-Ebrach-Haßfurt-Hofheim i. Ufr.-Großer Haßberg-Schweinfurt-Würzburg (an 19.30). 220 km. 1. Pleistozän von Randersacker Im Maintal 2 km oberhalb Randersacker, an der Abzweigung des Weges nach Lindelbach von der Hauptstraße, sind in mehreren Sandgruben mächtige Mainablagerungen erschlossen. Sie liegen 15-20 m über dem heutigen Main in 185-190 m NN. In den liegenden Sanden fand sich in jüngster Zeit eine reiche altpleistozäne Fauna: Mammonteus trogontherii (POHL.), Dicerorhinus etruscus (FALC.), Bison priscus (BOJANUS), Equus, Cervus. Die Funde, die übrigens in sämtlichen Sandgruben gemacht werden, dürften sich in Zukunft noch vermehren. Neben den in gleicher Höhe über dem Main gelegenen altpleistozänen Serien vom Kanaldurchstich in Volkach und den gleichaltrigen Mainablagerungen (Torf, Ton, Kies) von Marktheidenfeld ist dies das dritte Altpleistozän-Vorkommen in Unterfranken. Der Schluß liegt nahe, der Main habe bereits zu diesem Zeitabschnitt den heutigen Lauf und etwa die heutige Tiefenlage eingehalten. In der vordersten nördlichsten Sandgrube (Besitzer VORNDRAN) werden die altpleistozänen Sande von einer Folge grober Muschelkalk-Abrutschmassen, vermengt mit fluviatilen Mainsand-Linsen, diskordant überlagert. Der Schutt stammt aus einem hier mündenden Seitental des Mains. Darin fanden sich aus dem Liegenden aufgearbeitete altpleistozäne Wirbeltierreste, in den Sanden Mammonteus primigenius (BLUMENB.), Coelodonta antiquitatis (BLUMENB.). Das Alter der Hangendserie ist somit als jungpleistozän ausgewiesen. Die Ablagerungen von Randersacker bestätigen, daß im Maintal Alt- und Jungpleistozän in einem Niveau sedimentiert worden sind (Abb. 5). 2. Quaderkalk im Hauptmuschelkalk von Zeubelried Auf der Strecke von Randersacker nach Ochsenfurt wird bei Sommerhausen das Zentrum der unterfränkischen Quaderkalkfazies mit maximal 16 m Quadern gequert. Im Steinbruch südlich Zeubelried (an der Steige der Straße Ochsenfurt-Erlach-Kitzingen, östliche Talflanke) ist der Quaderkalk in der Ausbildung des Ostrandes einzusehen. Er erreicht hier eine Mächtigkeit von 5 m. Stratigraphisch liegt er im oberen Bereich der Terebratelschichten der Normalfazies. Die Hangendfolge bis zum Lettenkeuper mit den in dieser Region häufigen lithologischen Varietäten und Fossilien ist gut aufgeschlossen.