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Eine neu erbohrte Mineralquelle in Frankenberg/Eder

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Als 1949 die Molkerei Frankenberg zwecks Erhöhung der Ergiebigkeit ihren frei ausfließenden Brunnen vertiefte und den Wasserspiegel absenkte, ergab sich eine Zunahme des Gehaltes des hier austretenden mineralisierten Wassers, das über 1,2 g gelöste Bestandteile im Liter führte. Untersuchungen anläßlich der wasserrechtlichen Verleihung ergaben, daß hier ein tieferes, mineralisiertes Grundwasser austrat, das keinerlei Verbindung mit den wenige 100 m entfernten Quellen im Teich auf wies. Das in einem Stollen geförderte Wasser der städtischen Wasserversorgung gehörte einem höheren Grundwasserstockwerk an. 1954 setzte die Stadt, nachdem Dr. HÖHNE, Hamburg, in ihrem Auftrag geoelektrische Messungen im Quellgebiet des Teiches als Vorarbeit durchgeführt hatte, unweit der städtischen alten Wasserfassungen Bohrungen an, um das bisher ungenutzt in den Wiesen austretende Wasser für die Wasserversorgung zu erfassen. Bohrung VI durchsank angeschwemmte Sande und die torfigen Bildungen des alten Teichbodens, traf von 12-18 m Tiefe Buntsandsteinkies an und gelangte dann in Letten des unteren Fanglomerates. Diese stehen auch an der Bottendorfer Straße an. Sandige und geröllführende Lagen führten Süßwasser, das frei etwa 50 cm über Talsohle ausfloß. Beeinflussung benachbarter Quellen war dabei nicht ersichtlich. Da die Wassermenge nicht genügte, wurde in üblicher Weise vertieft. So wurde in rund 40 m Teufe das mineralisierte Grundwasserstockwerk angefahren, das ebenfalls unter Spannung stand, so daß das Mineralwasser frei an der Oberfläche ausfloß, zunächst mit dem Süßwasser des höheren Grundwasserstockwerks vermischt. Es gelang, die höheren Wasserzuflüsse abzudämmen, so daß heute das Mineralwasser in einem kleinen Brunnenhäuschen freiausfließend gezapft werden kann. Zur Erschließung von Trinkwasser wurden neue Bohrungen in geringer Entfernung angesetzt, von denen eine inzwischen im Zechstein Trinkwasser erschloß. Selbstverständlich wird jetzt darauf geachtet, das tiefere Grundwasserstockwerk nicht anzufahren. Das neu erbohrte Mineralwasser wurde zunächst vom Hygienischen Institut der Freien und Hansestadt Hamburg, dann von Prof. BÜSING, Hygien. Inst. d. Universität Marburg, und schließlich - nach endgültiger Fassung, von FRESENIUS, Wiesbaden, untersucht.