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Das Gotlandium des Frankenwaldes (Bayerische Fazies)

Greiling, L.

Kurzfassung

Die Untersuchungen betreffen die NW- und E-Umrandung der Münchberger Gneismasse. Die Sonderstellung des Paläozoikums der "bayerischen Fazies" gegenüber dem der "thüringischen Fazies" kommt auch im Gotlandium klar zum Ausdruck. Das Gotlandium tritt in diesem Gebiet in Form kleiner, oft winziger Linsen auf, die häufig noch in sich verschuppt sind. Die unruhige Lagerung hat die Klärung der Verbandsverhältnisse und stratigraphische Folgerungen sehr erschwert. Das Valentium der bayerischen Fazies ist vorwiegend durch schwarze Graptolithen- und Kieselschiefer vertreten. Der tiefste bisher bekannte Horizont ist die Zone 10 n. LAPW. (16 n. E & W.). Die Zone des Glyptograptus persculptus ist anscheinend nicht ausgebildet. Die Basis des Valentiums bildet eine geringmächtige Bank heller Kieselschiefer. Darüber folgen kieselige Schiefer und echte Graptolithenschiefer. Die Hauptentfaltung der Kieselschiefer fällt in die Zonen 12 n. LAPW. (19-20 n. E. & W.), 14 (22) und 16 (24, 25). Ihre Häufigkeit nimmt von S nach N ab. Neben charakteristischen Graptolithen- und Kieselschiefern erscheinen kohlenstofffreie, hellgrüne, olivgrüne und rote Tonschiefer (11, 14, 15 n. LAPW.). Im Wenlock treten Kieselschiefer stark in den Hintergrund; nur im SW des Gebietes sind sie häufiger. Vorherrschend sind echte Graptolithenschiefer und graugrüne und beige Tonschiefer. Das Ludlow überrascht am NW-Rand der Münchberger Gneismasse, durch den außergewöhnlichen Reichtum an Kieselschiefern, deren Häufigkeit ebenfalls nach N abnimmt. Kohlenstofffreie Kieselschiefer und Tonschiefer sind weit verbreitet. Im Unteren Ludlow kam es örtlich zur Ausbildung von Sandsteinen und sandigen Schiefern. Gotlandische Vulkanite beschränken sich räumlich vorwiegend auf die unmittelbare NW-Umrandung der Münchberger Gneismasse. Die Hauptentfaltung des Vulkanismus lag - ähnlich wie in Böhmen - an der Wende Valentium/Wenlock und an der Wende Wenlock/Ludlow. Auch in der angrenzenden thüringischen Fazies wurde ein gotl. Vulkanismus nachgewiesen.