Original paper

Zur Stellung des Hirschberger Gneises

Schroeder, Erich

Kurzfassung

In den aus Phycodenschichten bestehenden Sattelkernen von Hirschberg an der Saale und Gefell tritt ein metamorpher prävariszischer Magmatit auf. Es handelt sich um einen oft nur relativ schwach deformierten, klein- bis mittelkörnigen graphophyrischen Metagranit. Charakteristisch ist die Mineralkombination Albit + (grüner) Biotit + Epidot. Randlich finden sich abweichende, granitporphyrische Typen mit sphärolithischer, divergentstrahliger und dichter Grundmasse. Vielfach zeigt auch das Hauptgestein Übergänge zu granitporphyrischen Strukturen. In manchen Zonen, z. B. an den Grenzen basischer Einschaltungen, war die Verformung sehr intensiv, und es entstanden stark schieferige Gneise. Gefügestatistische Untersuchungen in diesen Gesteinen ergaben für Biotit scharfe punktförmige Maxima, aber keine Gürtel. Die Glimmer liegen in den s-Flächen. Für Quarz in den schieferigen Gneisen und für Biotit und Quarz in den mehr massigen Typen ergaben sich sehr diffuse, nicht deutbare Diagramme. B-Achsen (Striemungen usw.) fehlen in den Gneisen. Aus der Klüftung und den s-Flächen lassen sich aber die gleichen tektonischen Koordinaten wie für den Rahmen ableiten. - Für die Tektonik der Phycodenschichten in der näheren Umgebung von Hirschberg ist Parallelschieferung (1. Schieferung parallel zur Schichtung) kennzeichnend. Runzelung und 2. Schieferung (Schubklüftung) sind häufig vorhanden, seltener eine schwache Verfaltung der 1. Schieferung. Die Runzelung hängt genetisch sehr eng mit der 2. Schieferung zusammen und darf nicht ohne weiteres als Achse des Planes gewertet werden, in dem die 1. Schieferung geprägt wurde. - Den Hirschberger Graphophyrgraniten, die eine kaum mehr als 100 m mächtige Platte darstellen, fehlt ein deutlicher Kontakthof. Der Verband mit dem Nebengestein ist aber normal und nicht tektonisch bedingt. Der Magmatit ist in bezug auf seinen Rahmen autochthon.