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Die Gliederung des Rotliegenden in der Mansfelder Mulde

Gallwitz, H.

Kurzfassung

Das Oberkarbon und Rotliegende östlich des Harzes enthält noch immer ungelöste stratigraphische Probleme. Einerseits ist noch nicht zu übersehen, ob die Wettiner Schichten ganz oder teilweise dem Unterrotliegenden oder dem Stefan angehören, und andererseits ist die Grenze zwischen Unter- und Oberrotliegendem revisionsbedürftig. In den durchgehend terrestrischen Schichten sind brauchbare Leitversteinerungen nicht vorhanden und auch nicht zu erwarten, so daß die Stratigraphie mit Methoden der Sedimentpetrographie arbeiten muß. Ich habe mit einer Anzahl von Mitarbeitern diesen Fragenkomplex in Angriff genommen und berichte hier über die Ergebnisse der Neubearbeitung des Rotliegenden in der Mansfelder Mulde. Durch Kartierung des Rotliegenden über- und untertage ließen sich drei Sedimentationszyklen feststellen: Der erste Sedimentationszyklus beginnt mit dem Unteren Quarzitkonglomerat, das nach oben in den unteren rundkörnigen Sandstein und den Bornstedt-Blankenheimer Sandstein übergeht; letzterer ist nur im Beckeninnern entwickelt. Der zweite Zyklus beginnt mit dem Oberen Quarzitkonglomerat, das wiederum in rundkörnigen Sandstein übergeht und mit feinkörnigen Sandsteinen sowie Blättertonen endigt, die auf das Innere des Beckens beschränkt bleiben. Diese beiden ersten Zyklen umfassen die Hornburger Schichten. Über ihnen folgt ein dritter Zyklus mit dem Porphyrkonglomerat an der Basis, Sandstein und Sandsteinschiefern, die sich gegenseitig vertreten können. Dieser dritte Zyklus umfaßt die Eislebener Schichten. Über ihm lagert der Zechstein mit Zechsteinkonglomerat, Kupferschiefer und Zechsteinkalk. Die Mächtigkeiten der Hornburger Schichten betragen bis zu 200 m, die der Eislebener Schichten bis 30 m. Die Hornburger Schichten sind auf das Gebiet der Mansfelder Mulde beschränkt, während die Eislebener Schichten weit über dieselbe hinausgreifen und am Nord- und Südrande des Harzes auf Grundgebirge transgredieren.