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Paläogeographie von Frankenwald und Fichtelgebirge im Buntsandstein

Schnitzer, W. A.

Kurzfassung

Neue Ergebnisse zur Paläogeographie von Frankenwald und Fichtelgebirge lieferten sedimentpetrographische Untersuchungen im oberfränkisch-oberpfälzischen Buntsandstein. Mehrere hundert Proben aus dem Kulmbacher Konglomerat wurden auf den Schwermineralgehalt und die Leichtmineralien untersucht. In etwa vierzig Aufschlüssen wurden die Geröllspektren im Sediment festgestellt und Schrägschichtungsmessungen durchgeführt. Im Kulmbacher Konglomerat lassen sich von Nordwesten nach Südosten fünf Schwermineralprovinzen unterscheiden. Es sind dies die Zirkon-Turmalin-Provinz von Neustadt/Cob., die Turmalin-Provinz nördlich Kronach, die Apatit-Provinz, welche von Burgstall über Kronach, Kulmbach in das Gebiet westlich Weidenberg zieht, die Zirkon-Provinz von Weidenberg und die Rutil-Turmalin-Zirkon-Provinz von Kirchenpingarten-Kemnath. Diesen Provinzen liegen fünf in der Gesteinszusammensetzung und der geographischen Lage unterschiedliche Abtragungsgebiete zugrunde; denn die verschiedenen Mineralspektren lassen sich nicht durch Differentiationsvorgänge bei der Sedimentation oder verschieden starker, nachträglicher Mineralausmerzung erklären. Auch in der Verteilung der Leichtmineralien ergeben sich regional Unterschiede. Innerhalb der Rutil-Turmalin-Zirkon-Provinz ist das Quarz/Feldspat-Verhältnis konstant und beträgt in der Fraktion 1-0,5 mm O, wenn der Quarz gleich 1 gesetzt wird, ungefähr 1:0,29-1:0,33. Ebenso ist das Quarz/Feldspat-Verhältnis innerhalb der Weidenberger Zirkon-Provinz hinreichend konstant, aber mit 1:0,51 größer als in der vorgenannten Provinz. Ziemlich gleich bleibt das Verhältnis in der Apatit-Provinz. Mit 1:0,11 ist der Feldspatgehalt aber wesentlich niedriger als in der Weidenberger und Kirchenpingarten-Kemnather Provinz. Die Turmalin-Provinz nördlich Kronach und die Zirkon-Turmalin-Provinz bei Neustadt/Cob. unterscheiden sich untereinander und gegenüber der Apatit-Provinz nur unwesentlich im Quarz-Feldspat-Verhältnis. Die Farbe der Quarzkörner ist in den schwermineralanalytisch ermittelten Provinzen ebenfalls unterschiedlich.