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Geologische und bodenkundliche Arbeitsmethoden sowie Ergebnisse bei Spezialkartierungen im Ruhrgebiet

Maas, H.

Kurzfassung

Nach einigen ersten bodenkundlichen Spezialkartierungen in kleinerem Maßstab für Planungszwecke wurden nach dem Kriege großmaßstäbliche Stadtrandkartierungen durchgeführt, die als Grundlage für den planmäßigen Wiederaufbau der z. T. stark zerstörten Städte dringend benötigt wurden. An zwei Beispielen - der Kartierung des Stadtgebietes von Bottrop im Maßstab 1:10 000 mit einer Untersuchungstiefe bis 2 m und der von Recklinghausen im Maßstab 1:5000 mit einer Untersuchungstiefe von 4 m - mögen die Methoden der Aufnahme und der kartenmäßigen Darstellung erläutert werden. In der Bodenkarte werden alle Ergebnisse der unter geologischen, bodenkundlichen und bodenmechanischen Gesichtspunkten ausgeführten Kartierung zusammengefaßt. Aus dieser Karte wird für die speziellen Belange der Planung im allgemeinen eine Wasser- und Baugrundplanungskarte hergestellt, aus der die Wasserverhältnisse, bindige und nichtbindige Bodenarten und die sich hieraus ergebenden allgemeinen Baugrundbeurteilungen sowie Maßnahmen für den Kellerbau und die Frostgefährdung zu ersehen sind. Ferner wird der besonders feste Untergrund, stärker zusammendrückbare Schichten (geringe Steifeziffer) sowie Bodenarten mit geringer Scherfestigkeit im Grundwasserbereich (Fließ) dargestellt. Die zulässige Bodenpressung ist aus der Karte selbstverständlich nicht zu ersehen, da hierfür noch das Gebäude selbst (Auflasten, Gebäudesteifigkeit u. dgl.) maßgeblich ist. Weiterhin wird aus der Bodenkarte eine Bodeneignungskarte hergestellt, in der die Eigenschaften des Bodens als Pflanzenstandort (in land- und forstwirtschaftlicher und gartenbaulicher Hinsicht) dargestellt werden. Die bodenkundlichen Ergebnisse wurden an Hand von Lichtbildern etwas ausführlicher behandelt. Morphologisch sehr ähnliche Bodenprofile (Staunässegleye) konnten als genetisch und dynamisch verschiedene Bildungen erkannt werden. - Böden mit Grundwasserschwankungen ändern nicht nur ihre Dynamik, sondern in verschiedenem Maße ihre Baugrundeigenschaften. Über die bodenkundlichen Ergebnisse hinaus sind einige diluvialgeologische Beobachtungen über asymmetrische Talformen, den Bau der Wallberge, gebänderte Schluffe und Bodenfließen anzuführen.