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Lateritische Verwitterungsböden zur Zeit der jungkimmerischen Gebirgsbildung im nördlichen Harzvorland

Valeton, Ida

Kurzfassung

In den durch die herzynisch streichende nördliche Harzrandstörung steil aufgestellten Schichten des Oberen Jura und der Unteren Kreide konnten 3 fossile Verwitterungshorizonte festgestellt werden, die einer petrographischen Bearbeitung unterzogen wurden. Über einem wenig charakteristischen ersten Horizont (H I) im Korallenoolith folgt diskordant auf Korallenoolith am Petersberg bei Goslar und Kimmeridgekalk in der Pölkemannschen Sandgrube bei Oker ein 20-60 cm mächtiges, sehr typisch entwickeltes Bodenprofil (H II), das mit einer harten, zelligen oder pisolithischen Lateriteisenkruste abschließt. Die nachweisliche Schichtlücke bis zum Hilssandstein umfaßt Portland und unteres Neokom. Der hangende, etwa 23 m mächtige Hilssandstein ist an seiner Oberkante kaolinisiert und wird seinerseits wieder von einer Bodenbildung (H III) überlagert, die allerdings nur einer geringen Schichtlücke entspricht. Das Profil II entspricht seiner petrographischen, chemischen wie bodenstrukturellen Ausbildung nach einem fossilen tropischen Braunlehm mit Laterithorizont. Das Profil III legt ebenfalls eine Parallelisierung mit Bodenprofilen, wie sie in warmhumiden Klimaten entwickelt sind, nahe. Dagegen ließ das Profil I keine klare Deutung zu. Demnach tritt im Raume Goslar/Oker als Zeuge der jungkimmerischen Gebirgsbildung, die mit der Deisterphase an der Grenze Kimmeridge-Portland einsetzt, nicht nur eine Diskordanz auf, sondern auf Festland hinweisende Bodenbildung eines tropischen Klimabereiches.