Original paper

Minerallagerstättenbildung in Jugoslawien

Cissarz, A.

Kurzfassung

Lagerstättenbildung hat in Jugoslawien in zahlreichen geologischen Perioden stattgefunden. Ihre geotektonischen Bedingungen waren aber zu verschiedenen Zeiten sehr verschieden. In der am tiefsten entblößten Grundgebirgszone der Rhodopen ist die Lagerstättenbildung recht gering und beschränkt sich auf metamorphe Fe-Lagerstättn und Graphitvorkommen. Im Altpaläozoikum entwickelte sich, besonders im südwestlichen Mazedonien, ein initialer Geosynklinalvulkanismus mit Diabasen und deren Tuffen, mit denen ausgedehnte Vorkommen von Chamositschiefern und chamositischen Fe-Erzen in Zusammenhang stehen. Vermutlich im Jungpaläozoikum fanden erhebliche Intrusionen basischer Tiefengesteine statt. Sie bestehen vor allem aus Harzburgiten und Lherzolithen. Mit serpentinisierten dunitischen Differentiaten in diesen Massiven stehen zahlreiche größere und kleinere Cr-Lagerstätten in Verbindung. Mit einem paläozoischen, synorogenen, sauren Plutonismus mit Graniten und Granodioriten steht eine große Anzahl von Lagerstätten und Mineralvorkommen pegmatitischpneumatolytischer, kontaktpneumatolytischer und plutonisch-hydrothermaler Art in Verbindung. Art und Ausbildung wechselt mit dem stark verschiedenen Tiefenniveau dieser Intrusionen. Auch das Erosionsniveau ist in verschiedenen Teilen des Landes sehr verschieden. Größere praktische Bedeutung haben neben Pegmatiten, die für diese älteren Granite im Gegensatz zu den tertiären charakteristisch sind, Eisenspatgänge, untergeordnet Au-Gänge mit Scheelitführung. In der Trias kam es erneut zur Geosynklinalbildung mit initialen Magmatiten. Die Trias ist teilweise in Schiefer-Hornsteinfazies, teilweise in alpiner Kalkfazies entwickelt. In der Schiefer-Hornsteinfazies herrschen Melaphyre vor. Auch Serpentine sind vorhanden, jedoch ist ihre Abtrennung gegenüber den paläozoischen im einzelnen nicht gesichert. An Lagerstätten finden sich geosynklinale Fe-Lagerstätten, die teils Eisenspat mit Schwerspatbeimengung, teils Eisenglanzdispersionen führen. Auch sedimentäre Sulfid-Schwerspatvorkommen sind untergeordnet vorhanden. Ferner fanden neben Zufuhren von SiO2, die die Hornsteinbildungen verursachten, solche von Mn und P2O5 statt. Die Eruptiva in den in alpiner Fazies ausgebildeten Gebieten sind vor allem Porphyrite, Keratophyre und Quarzkeratophyre, die teils ebenfalls submarin ergossen wurden, teilweise jedoch subvulkanische Intrusionen bilden. Mit ihnen stellen subvulkanisch-hydrothermale Pb-Zn-Cb-Lagerstätten sowie Hg-Lagerstätten in genetischer Verbindung.