Original paper

Die geologischen Grundlagen einiger Eisenerz-Bauprojekte in Afrika

Kolbe, H.

Kurzfassung

Die Vorräte an reichen Eisenerzen in den nord- und westafrikanischen Eisenerzbezirken betragen 7-8 Milliarden Tonnen. Auf dieser Grundlage werden zur Zeit 7-8 Mill. t/Jahr gefördert. Geplant sind innerhalb kurzer Frist 18 Mill. t/Jahr. Während die nordafrikanischen Eisenerzvorkommen metasomatische Verdrängungslagerstätten darstellen - es sind Spat- und Roteisensteine, die im Zusammenhang mit tertiären orogenen Phasen Unterkreide- und Jurakalke verdrängten -, gehören die meisten westafrikanischen Lagerstätten genetisch zu den Itabirit-Typen des präkambrischen Schildes. Auch hierbei handelt es sich im wesentlichen um Hämatite. Conakry nimmt als lateritischer Verwitterungshut von Duniten unbekannten Alters eine Sonderstellung ein. Es ist ein Limonit von hämatitischem Aussehen, dessen Bildung heute noch nicht abgeschlossen ist. Die oberägyptischen Roteisenerze sind sedimentär-oolithischer Bildung santonen Alters. Von den nordafrikanischen größeren Erzvorkommen wurde der Djebel Ouenza und der Djebel Bou Khadra durch zahlreiche Lichtbilder und Karten erläutert. Der Übertage-Abbau dieser Erzberge wird mit modernen Maschinen durchgeführt. Die Kapazität beträgt zur Zeit 3 Mill. t P-freies Eisenerz bei einem Lagerstättenvorrat von 75 Mill. t sicher und 100 Mill. t wahrscheinlich. Als Beispiel einer Itabirit-Lagerstätte wurde der im Aufschluß befindliche Erzberg des Kediat d'Idjil bei Fort Gouraud im Lichtbild gezeigt. Hier stehen 100 Mill. t derbe Hämatite mit 62-68% Fe und 2% Si02 an. Eine geplante Förderung von 4 Mill. Jahrestonnen soll über das 350 km entfernte Villa Cisneros verschifft werden. Auf der Halbinsel Kaloum hat die Comp. Min. de Conakry in großzügiger Weise einen modernen Tagebau vorgerichtet. Die hier anstehende ungewöhnlich mächtige Erzhaube verdankt ihre Entstehung den hohen Eisengehalten des Muttergesteins. Durchschnittlich sind 30 m Erz aus 150 m verwittertem Muttergestein hervorgegangen. Die Bildungsbedingungen neben den üblichen Verwitterungsfaktoren sind bei der Entstehung einiger besonderer Bedingungen vorhanden. 1. Intensiver Klimawechsel, der zum Abbau der Mineralien und Freilegung der Oxyde führte, ohne Verwitterung der Aluminium-Silikate zu Ton. 2. Konzentration des Eisenoxyds. 3. Umwandlung im kolloidalen Bereich. 4.