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Neue Bohrungen im Braunkohlen-Tertiär der "Langen Rhön" bei Bischofsheim

Fuchs, B.

Kurzfassung

Im Gebiet des Bauersberges und der Langen Rhön, nördlich von Bischofsheim, wurden im Rahmen des Staatlichen Bohrprogramms der Gesellschaft zur Aufsuchung von Bodenschätzen in Bayern von der Bayer. Braunkohlen-Industrie AG., Schwandorf, Bohrungen im Braunkohlentertiär niedergebracht. Das Ziel der neuen Bohrungen ist die Erschließung von Braunkohle in diesem Gebiet. Nach alten Gutachten wurden bis zu 80 Mill. gemutet. Mit zwei Crälius-Geräten wurden Kernbohrungen durch das gesamte Tertiär bis zum Liegenden (Oberer Muschelkalk) niedergebracht. Das durchteufte Gebirge besteht aus Basalt, Tuffen Tuffiten, Kohlen und Kohletonen. In dieser Schichtenfolge ist die Braunkohle in einzelnen Flözen von unterschiedlicher Mächtigkeit (8,10 bis 0,05 m) zur Ablagerung gekommen. Von 11 Kernbohrungen erbrachten 9 Kohle. Die Kohle ist von erdiger Beschaffenheit und durch Tonbeimengungen stark verunreinigt. Der Kaloriengehalt schwankt zwischen 1800 und 3000 Kalorien. Es sind keine zusammenhängenden Kohlebecken vorhanden, die Bildung der Kohle ging in einzelnen kleinen, voneinander getrennten Tümpeln vor sich. Der Zusammenhang der Flöze wurde noch durch Basaltintrusionen getrennt. Über die wirtschaftliche Bedeutung der erbohrten Kohle kann erst nach Abschluß des Bohrprogramms ein endgültiges Urteil abgegeben werden. Doch steht jetzt schon fest, daß die gemutete Kohlenreserve von 80 Mill. Tonnen nicht vorhanden ist. Vor Beginn der Bohrungen wurden durch das Geophysikalische Institut der Universität München seismische Untersuchungen durchgeführt. Die durch die Seismik ermittelte Mächtigkeit des tertiären Deckgebirges über der Trias sowie dessen Ausbildung stimmten in einem Teil des Arbeitsgebietes mit den durch die Bohrungen erbrachten Ergebnisse im allgemeinen überein.