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Ergebnisse pollenanalytischer Untersuchungen an Braunkohlenlagerstätten in Bayern

Rein, U.

Kurzfassung

Für eine eindeutige Gliederung des Tertiärs auf Grund der Pollenstratigraphie müssen möglichst viele und faziell verschiedene pollenführende Ablagerungen der gleichen Zeitabschnitte untersucht werden. Ferner sollen die Profile lang und nach Möglichkeit anderweitig stratigraphisch gesichert sein. Bei der Auswertung müssen die lokalen Elemente von den stratigraphisch wichtigen Formen des extrapalustren Waldes getrennt werden, die Darstellung wird sich nach den gestellten Aufgaben zu richten haben, und erst aus der Beachtung der Wechsel I. bis III. Ordnung (nach THOMSON) ergeben sich eindeutige pollenanalytische Kriterien für die einzelnen Unterstufen des Tertiärs. Für die pollenstratigraphische Gliederung des Miozäns und Pliozäns Mitteleuropas konnten neue Lagerstättenuntersuchungen aus Bayern ausgewertet werden. Bei den Pechkohlen-führenden Schichten der Unteren Molasse sollen für die einzelnen Flöze und Flözgruppen ebenso wie für die Zwischenmittel charakteristische Pollenspektren festgelegt werden, um diese identifizieren und damit das Auffahren lenken zu können. Trotz unterschiedlicher Ausbildung der bis 1500 m mächtigen Schichtfolge in den Mulden von Peißenberg und Hausham/Marienstein besteht nach den vorläufigen Ergebnissen die Hoffnung, diese pollenanalytisch zu parallelisieren. Dabei werden sich schließlich die Pollenspektren vom Rupel-Chatt bis zum Aquitan ergeben. Zwischen Alz und Salzach wurden in den Schichten des Unteren Torton einige Flöze auf größerer Fläche erbohrt. Von einem Standard-Diagramm über 10 m Bohrprofil aus einer Kohlentonserie und einer Gliederung in 5 Abschnitte ausgehend konnten 7 weitere Profile richtig eingestuft werden. Dabei wurden die Bildungs- und Lagerungsverhältnisse auf 8 qkm Fläche verständlicher, und es ergab sich die pollenstratigraphische Gleichstellung mit dem im Abbau befindlichen Flöz von Trimmelkam/Oberösterreich. Der Fixpunkt für ein Pollenspektrum im Unteren Torton wurde durch die Unterlagerung mit oberhelvetischen Oncophora-Schichten gewonnen. Weitere Vorkommen in der Oberen Süßwasser-Molasse, z. B. bei Alling, Rittsteig, Eggenfelden und Schwanenkirchen, vervollständigen das Bild.